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Abstrakt zum Vortrag von Dr. Eva Rass (2012)

Gesundheit und Krankheit:
Entwicklungspsycholigische Entstehungsbedingungen
aus der Sicht der Bindungs- und Affektregulationstheorie

Es kann heute als gesichert gelten, dass sich die Lebenseinstellung und die damit einhergehende Lebensstimmung im Erwachsenenalter nicht von alleine einstellt, sondern ganz wesentlich vom vorausgehenden Lebenslauf bestimmt wird. Der breitgefächerte Wissenszuwachs der letzten 50-60 Jahre lässt strukturelle Sequenzen im Entwicklungsverauf wahrnehmen, mit Hilfe derer die Komplexität der menschlichen Entwicklung konzeptuell erfasst werden kann. Es besteht wissenschaftlicher Konsens darüber, dass die Ursprünge von Krankheiten im Erwachsenenalter oft in entwicklungsbedingten und biologischen Beeinträchtigungen zu finden sind, die sich in den frührern Lebensjahren ereignen.

Der Vortrag beschäftigt sich mit Entwicklungsprozessen, die sich in ihrem Ablauf in Phasen darstellen, in denen sich entwickelnde adaptive selbstregulatorische Strukturen und Funktionen qualitativ neue und komplexe Interaktionen zwischen dem Menschen und seiner Umgebung möglich machen. Die Selbstregulation ist mit der Affektregulation verknüpft, und beide regulatorischen Prozesse sind in ein Bindungsgeschehen eingebettet. Diese Ereignisse sind in der Frühzeit des Menschen prägend und dennoch besteht eine spezifische Plastizität, die die Möglichkeiten für spätere Veränderungen eröffnet.

Literatur:

  • Bauer, J. (2002): Das Gedächtnis des Körpers, Frankfurt a. M. (Eichhorn)
  • Brisch, K.-H. (2010): Bindungsstörungen. Stuttgart (Klett-Cotta)
  • Rass, E. (2011): Bindung und Sicherheit im Lebenslauf. Stuttgart (Klett-Cotta)
  • Schore, A. (2003): Affektregulation und die Reorganisation des Selbst, Herausgegeben, mit einem Vorwort versehen und aus dem Amerikanischen übersetzt von Eva Rass, Stuttgart (Klett-Cotta, 2007)


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