WEE-WEF : Weltbund für Erneuerung der Erziehung - World Education Fellowship
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    4. Überprüfung der Aktualität in Bezug auf die gegenwärtige Situation am Birklehof

4.1 Schülerschaft
Klientel
externe Schüler
Leben im Internat
Schülermitverantwortung
Aufnahmekriterien
4.2. Bewertung der Belegungszahlen der LEH, im Besonderen des Birklehofs
4.3 Leben und lernen heute am Birklehof
Schulversammlung
Arbeitsstunde
Feste und Feiern
Gemeinnützige Einrichtungen am Birklehof
Feste und Feiern
Kosten
4.4 Das Internat
4.4.1 Arbeitsgemeinschaften und Dienste
4.4.2 Tagesablauf eines Internatschülers
4.4.3 Regeln im Internatsleben
4.4.4 Leben auf Zimmern, Flügeln ung Gängen
4.5 Lernen am Birklehof
Lernen lernen
4.5.1 Lehrer - Mentoren - Heranwachsende
4.5.2 Musik
4.5.3 Zusammenspiel von körperlicher und geistiger Arbeit
4.6 Neue Medien


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4.1 Schülerschaft

Die Schule Birklehof ist auch heute eine überregional orientierte Internatsschule.
Es wird nur eine begrenzte Anzahl externer Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Ca.150 Schülerinnen und Schüler leben im Internat. Hinzu kommen 70 externe Schüler aus den umliegenden Gemeinden des Hochschwarzwaldes.
In den dreißiger Jahren mussten Schüler oft aufgrund von Platzmangel abgewiesen werden, heute ist es dem Birklehof ein Anliegen, eine konstante Zahl von insgesamt 200 Schülern zu haben. Wird diese Zahl überschritten, ist der familiäre Charakter der Schule nicht mehr gegeben und wesentliche Punkte, wie zum Beispiel das vertraute Verhältnis zu den Lehrern – Erziehern, sind nicht mehr gegeben.
Um am Birklehof aufgenommen zu werden, ist eine Empfehlung für das Gymnasium nachzuweisen.

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  • Klientel
Von den Internen kommen etwa ein Drittel aus Baden-Württemberg, gut die Hälfte aus anderen Bundesländern und zehn Prozent aus dem Ausland. Die Jahrgänge wachsen von etwa zwölf Schülerinnen und Schülern in Klasse 5 kontinuierlich bis auf gut 30 in der Kollegstufe an.73 Die internen Schüler am Birklehof kommen zum größten Teil aus Deutschland, doch auch der internationale Gedanke, der schon in der Gründerzeit von Bedeutung war, wird heute verstärkt. Zum einen ist es heute wesentlich einfacher sich global zu bewegen, was auch zur Folge hat, dass viele der Eltern der Kinder im Ausland arbeiten, und dass sie das Internat als eine Möglichkeit nutzen, ihrem Kind ständige Schulwechsel zu ersparen und ihm eine gute Ausbildung zu ermöglichen.
Andere Schüler kommen an den Birklehof, weil es in der Familientradition liegt ein Internat zu besuchen oder weil die Situation am elterlichen Wohnort verändert werden soll.
Der Wechsel in ein anderes Bundesland aus schulischen Gründen kann auch eine Rolle spielen.
Die Klientel der Schüler kommt heute vorwiegend aus besser verdienenden Familien, bis hin zu sehr Privilegierten, die aus der Oberschicht der Gesellschaft kommen. Diese Entwicklung ist generell bei den Landerziehungsheimen seit ihrer Gründung zu beobachten, da es nur einer gewissen Schicht der Gesellschaft möglich ist, die monatlichen Kosten für einen Internatsbesuch aufzubringen.
Doch genauso gehören auch die Stipendien zur Tradition der LEH, die nach wie vor an hochbegabte Schüler vergeben werden und durch Unterstützung von Eltern oder ehemaligen Schülern finanziert werden.
Am Birklehof werden außerdem auch Schüler aufgenommen, die vom Jugendamt an die Schule vermittelt werden. Der Birklehof entscheidet mit dem jeweiligen Schüler und dem Jugendamt zusammen, ob die Schule der richtige Platz ist, um die Zukunft des Schülers gestalten zu können.
Alle Schüler, egal aus welchen Beweggründen sie an der Schule sind, müssen die Möglichkeit haben, die Ferien außerhalb der Schule zu verbringen. Der Birklehof ist kein Heim und jeder Schüler, auch aus dem Ausland kommend, muss eine Unterbringung für die unterrichtsfreie Zeit haben. Die meisten Schüler fahren zu ihren Eltern oder Verwandten. Häufig verbringen die Schüler die Ferien auch bei den Eltern eines Klassenkameraden.

Durch die vielfältige Herkunft der Schüler, sowohl aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten als auch aus dem Ausland, wird ein multikultureller Raum geschaffen, in dem die Schüler leben und lernen.


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  • Externe Schüler
Die externen Schüler kommen alle aus den umliegenden Gemeinden im Hochschwarzwald. Es gibt eine Regelung an der Schule, dass ein Kind nicht weiter als 20 Kilometer vom Birklehof entfernt wohnen darf um als Externer aufgenommen zu werden. Wird diese räumliche Grenze überschritten, ist es erwünscht, dass die Schüler den Birklehof als interne Schüler besuchen.
Die Schule ist für die meisten Kinder mit dem Fahrrad oder zu Fuß zu erreichen. Kinder, die aus den umliegenden Ortschaften an den Birklehof kommen, haben die Möglichkeit mit der Höllentalbahn, die eine Anbindung nach Freiburg im Breisgau und nach Donaueschingen anbietet, an die Schule zu kommen.
Schüler, die aus abgeschiedenen Teilen der Gemeinden kommen, die nicht mit der Bahn verbunden sind, können auch die regionalen Busverbindungen nutzen um zumindest bis an den Hinterzartner Bahnhof zu kommen. Meistens wird in solchen Fällen aber das elterliche Auto bevorzugt.
Die externen Schüler kommen genau wie die internen Schüler aus allen sozialen Schichten. Der Stipendienzuschuss beschränkt sich nicht nur auf interne Schüler, sondern kann auch von Externen in Anspruch genommen werden.

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  • Leben im Internat
Der Einzelne muss in dieser Gemeinschaft bereit sein, sich mit allen Charakteren zu arrangieren und mit wenig Zeit für sich alleine leben zu können.
In den unteren Klassen leben bis zu vier Schüler zusammen in einem Zimmer.
In der Oberstufe hat fast jeder Schüler ein Einzelzimmer.
In den Häusern leben verschiedene Alterstufen des gleichen Geschlechts zusammen, wobei darauf geachtet wird, dass die Altersunterschiede nicht zu groß sind.
Jeder Bewohner der Internatshäuser muss den Interessen und Bedürfnissen der anderen tolerant gegenüber stehen. Das Individuum muss lernen, sich gewissen Regeln zu beugen und gegebenenfalls seine eigenen Anliegen doch vor anderen durchzusetzen. Die Kinder sind wie in einer Großfamilie mit anderen Kindern, die nicht alle das gleiche Alter haben, den ganzen Tag zusammen.
Der Lehrer, der ein Haus betreut, ist zwar verantwortlich für die Schüler und wohnt auch im gleichen Haus, doch ist die Zahl von Kindern so groß, dass diese sich zwangsläufig auch untereinander erziehen und sich nur in letzter Instanz vom Lehrer erziehen lassen müssen.
Ältere Schüler übernehmen oft die Aufgabe eines Haushelfers; diese Auszeichnung erhalten nur Jugendliche, die besonders zuverlässig sind und zugleich bei den Schülern hoch angesehen sind. Sie übernehmen Kontrollgänge und zeigen sich für die Stimmung in den einzelnen Häusern verantwortlich.
Es gibt immer wieder Kinder, die sich nicht ohne weiteres in die Gemeinschaft nur unter Jugendlichen einfinden können, da sie Einzelkinder sind und die meiste Zeit mit Erwachsenen verbringen. Auch in diesem Fall können ältere, einflussreiche Schüler bei der Integration eines neuen Schülers helfen.74
Bei der Beschreibung des heutigen Internatslebens dürfen die bereits in Kapitel 3.1.6 erwähnten Streiche nicht fehlen. Nach wie vor denken sich die Schulen Salem und Birklehof Streiche aus, die sie sich gegenseitig spielen.

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  • Schülermitverantwortung
Jeder Schüler muss mindestens ein gemeinnütziges Amt ausführen, das seinen Fähigkeiten entspricht.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass Schüler auch oft von ihren Freunden oder von anderen Hausbewohnern dazu ermutigt wurden ein bestimmtes Amt zu übernehmen, da sich die Schülerschaft mit dieser Wahl gut vertreten sieht.
So sind Schüler, die ihre eigenen Fähigkeiten nicht erkannt haben oder diese nicht zur Schau stellen wollten, von ihren Kameraden in die Verantwortung gezogen worden.
Die Schüler haben am Birklehof nach wie vor in vielen Bereichen Mitspracherecht; deshalb ist die Wahl der Schülervertreter besonders wichtig.
Sogar in den Pausenkonferenzen sitzen Schüler als gleichberechtigte Mitglieder im Lehrerzimmer und erleben die Besprechungen unter den Lehrern mit; ein Perspektivenwechsel, der Schülern an staatlichen Schulen nicht vergönnt ist.
Jedes Haus hat einen Vertreter, der Mitglied in der „Delegiertenversammlung“75 ist und die Interessen seines Hauses vertritt.
Außerdem hat jede Klasse einen Klassensprecher, der die Belange der Klasse an die Lehrer weiterleitet.
Aus den Mitgliedern der Delegiertenversammlung wird einmal jährlich ein Schülersprecher gewählt.
Durch die Interviews, die ich mit den Schülern und Altbirklehofern geführt habe, ist mir bestätigt worden, dass am Birklehof nicht nur die Schüler, die einem bestimmten Gremium angehören, ihre Vorschläge und Kritik äußern können, sondern auch jeder andere Schüler, der Verbesserungsvorschläge oder Kritik zu äußern hat, ernst genommen wird.
Die Kinder am Birklehof müssen in fast allen Situationen für sich selbst sprechen; an einer staatlichen Schule werden die Eltern als Vermittler zwischen Lehrer und Schüler eingesetzt, dies ist am Birklehof die letzte Möglichkeit. Wenn es Probleme gibt, ist jeder Schüler persönlich aufgefordert, sich mit der Lehrkraft auseinander zu setzen und wenn nötig den Mentor hinzu zu ziehen.
In den unteren Klassen sucht sich jeder Schüler einen Oberstufenschüler aus, der ihm wie ein Mentor (Schülermentor) zur Seite steht.
Dieses Amt zeigt, wie man die unterschiedlichen Altersstufen sinnvoll miteinander verbinden kann. Die Älteren sind Vorbild und müssen ihre Aufgabe pflichtbewusst wahrnehmen. Die Schülermentoren sind bei den Notenkonferenzen ihres Mentorenkindes anwesend und vertreten dieses, genau wie es die Lehrer-Mentoren in der Mittel- und Oberstufe tun.
Es ist somit eine Möglichkeit geboten, wie sich die Generationen kennen lernen können, ohne sich von der eigenen Peergroup zu entfernen.
Durch diese Methode werden am Birklehof familienähnliche Strukturen geschaffen, in denen das Zusammenleben von zunächst fremden Menschen möglich gemacht wird.
Im Unterricht sind die Schüler zwar streng nach Klassen getrennt, jedoch sind die Schüler aller Altersstufen den ganzen Tag zusammen und helfen sich auch bei den Hausaufgaben. Das altersübergreifende Zusammenleben hat sowohl für die Jüngeren als auch für die Älteren viele Vorteile.

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  • Aufnahmekriterien
Betrachtet man die Aufnahmekriterien der Schule zur Gründerzeit wird deutlich, wie sehr der Birklehof die bewährten Konzepte beibehält.
Auch heute kommen die Schüler aus den unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft und aus der ganzen Welt.
Ob ein Schüler aufgenommen wird, hängt nicht in erster Linie von den Noten ab, sondern ob er an den Birklehof „passt“ oder nicht.
Viele Kinder haben im schulischen Bereich aus den verschiedensten Gründen Probleme und sind in anderen Bereichen kleine Genies.76
Natürlich wird durch das hohe Schulgeld eine Selektion vorgenommen, doch ist der Anteil der Stipendiaten nach wie vor sehr hoch. Früher konnten die Eltern die Höhe des Schulgeldes mit der Schule besprechen und diesen Betrag selber festlegen.
Heute sind die Beträge einheitlich, und es können Voll- und Teilstipendien vergeben werden.
Jeder Schüler, der als Interner an den Birklehof kommt, führt mit der Schulleitung, Lehrern und Eltern ein Aufnahmegespräch.
Das Schulgelände wird ihm von Schülern gezeigt, die im „Aufnahmekomitee“ sind. Dieses Komitee beurteilt zusätzlich zu den Lehrern und der Schulleitung, ob der Schüler an den Birklehof „passt“.
Die Schüler haben also auch Einfluss auf die Vergabe von Plätzen am Birklehof.
Der Birklehof kann im Moment, aufgrund von Platzmangel, nur eine gewisse Zahl an Schülern aufnehmen um seine Ideale verwirklichen zu können, deshalb werden Schüler auch abgewiesen.

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      4.2. Bewertung der Belegungszahlen der LEH, im Besonderen des Birklehofs
Entsprechend dem Anspruch der Salembetreiber und Schüler muss man die Gründerzeit wohl als Pionierzeit begreifen.
Als die Schule gegründet wurde, waren noch alle Schüler in einem Haus untergebracht.
Zum Teil wurden Geländestücke und Gebäude dazu gekauft, die meisten Bauten erfolgten aber nach Bedarf.
Heute stehen elf Unterrichts- und Wohnhäuser auf dem Gelände, und noch mal ca. neun Gebäude, die verschiedenen Zwecken dienen. Alle diese baulichen Vergrößerungen zeigen, dass die Schülerzahl seit der Gründung im Jahr 1932 stark gewachsen sein muss.
Leider kann ich diese Aussage nicht mit Zahlenmaterial stichfest dokumentieren; die Unterlagen, die mir zur Verfügung stehen, sind nicht in meinem Sinne verwertbar und teilweise ungenau:
Ich wollte feststellen, wie sich die Schülerzahlen des Birklehofs von 1932-2004 entwickelt haben. Die vorgefundenen Aufzeichnungen geben nur ungefähre Zahlen wieder.
Es kann festgestellt werden, dass in der Zeit von 1932-1945 insgesamt 699 Schüler am Birklehof waren: 219 Mädchen und 480 Jungen.
Die Zahlen, die mir zur Verfügung standen77, erlauben leider nicht die Auswertung, die ich vornehmen wollte, nämlich anhand der Schülerzahlen die Veränderung der Belegung von 1932-1945 darzustellen.
Das Zahlenmaterial bezüglich dieser Auswertung belegt lediglich, wie viele Schüler insgesamt zwischen 1932 bis 1945 am Birklehof bis jeweils zur Unterprima waren. Laut Statistik waren das 699 Schüler, aus den Jahrgängen 1916-1934. Der Mittelwert der Belegung ergäbe pro Jahr eine Schülerzahl von ca. 50.
Wenn man davon ausgeht, dass die Schule den Unterricht mit 18 Schülern78 aus Salem begonnen hat, ist eine deutliche Steigerung in der Belegung auszumachen. Kontinuierliche bauliche Erweiterungen waren die Grundbedingung dafür, dass die Schülerzahl überhaupt erhöht werden konnte.
Für den Zeitraum nach der Wiedereröffnung zwischen 1946 und 1955 liegen keine Belegungszahlen vor.
Die Schülerzahlen von 1955, 1965, 1975, 1985, können leider nicht ausgewertet werden, da keine Differenzierung zwischen Internen und Externen vorgenommen werden kann. Auch den Standesamtsabteilungen der Verwaltung der Gemeinden Hinterzarten und Breitnau lag kein Zahlenmaterial vor.
Die vorliegenden Schülerstatistiken vom Birklehof von 1995 bis 200479 weisen eine gleich bleibende Belegung aus: eine Steigerung der Schülerzahlen konnte zum Ersten wegen des streng durchgehaltenen Konzepts der LEH und zweitens wegen der mangelnden räumlichen Kapazität nicht erwartet werden.
Vergleicht man die Schülerbelegungszahlen des Birklehofs mit den LEH- Belegungszahlen80 insgesamt, ergibt sich ein deutlich anderes Bild:
Ein signifikanter Anstieg bis zu 30%, besonders zum Ende der 90er Jahre bis 2002 ist nachweisbar.
Die Abweichung der Belegungszahlen der LEH bundesweit und die Zahlen vom Birklehof können nicht in Beziehung zueinander gesetzt werden, höchstens so interpretiert werden, dass man feststellen kann, dass die LEH keine Schüler verlieren, sondern im Gegenteil aus verschiedenen Gegebenheiten81 die Schülerzahlen ansteigen.
Aus oben dargelegten Gründen, Konzeptionsverpflichtung und Raumnot, haben sich die Birklehof-Belegungszahlen weniger als im bundesweiten Trend verändert.
Viele LEH haben im Laufe der Zeit schließen müssen, da sie Schwierigkeiten hatten genügend Schüler zu rekrutieren.


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      4.3 Leben und lernen heute am Birklehof

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  1. Schulversammlung
Die Schulversammlung sollte in diesem Zusammenhang besonders hervorgehoben werden, da sie ein wichtiges Instrument bei der Umsetzung der Konzeption zur Ausbildung der Schüler darstellt.
Sie ist ein Forum für die gesamte Schülerschaft (Interne und Externe) und auch für die Lehrer.
Es werden aktuelle Themen besprochen, Auszeichnungen verliehen, Projekte organisiert und vorgestellt, von Unternehmungen der einzelnen Schüler oder Klassen berichtet.
Die Schulversammlung bietet den Schülern eine hervorragende Möglichkeit sich in der Präsentation ihrer Person und ihres Wissens zu üben:
Die Schüler sprechen vor über 200 Menschen, die sie zwar kennen, doch ist diese Situation nicht alltäglich, und der Einzelne hat nicht die Möglichkeit, sich hinter einem Lehrer, einem Erzieher oder etwas Auswendiggelerntem zu verstecken (siehe Theateraufführungen), sondern steht für das, was es sagt.
Die Schulversammlung ist nicht der einzige Ort, an dem diese Fähigkeiten verlangt und gefördert werden.
Es gibt im täglichen Leben am Internat ständig Dinge, die zu organisieren und umzusetzen sind.
Das Verantwortungsgefühl für die Mitschüler und die gemeinsame Aufgabe wird geweckt und im täglichen Leben ständig abverlangt und gefordert.

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  • Arbeitsstunde
Der Tag eines Schülers am Birklehof ist nicht mehr so straff organisiert, wie es Hahn und Kuchenmüller einst praktiziert haben.
Es gibt Zeiten, an die sich jeder Schüler zu halten hat und Termine, denen er nur mit einer Genehmigung fern bleiben darf.
Das tägliche Leben ist für die gesamte Schule und nicht für die einzelnen Häuser organisiert.
Die Schüler können sich tagsüber in ihren Zimmern besuchen, sind aber gehalten Rücksicht zu nehmen.
Um den Schülern die Möglichkeit zu geben, am Tag in ihren Zimmern in Ruhe lernen zu können, ist eine einheitliche Arbeitszeit von 17:00 bis 19:00 festgesetzt.
Die Arbeitsstunde kann nicht umgangen werden, da zu dieser Zeit keine anderen Abwechslungen angeboten werden dürfen.
Die Schüler haben dann genug Abstand vom Vormittagsunterricht, haben in der Regel schon an einer Arbeitsgemeinschaft teilgenommen und haben sich austoben oder sportlich betätigen dürfen, wenn die Arbeitsstunde beginnt.
Jeder Schüler sitzt an seinem eigenen Schreibtisch, in seinem Zimmer.
Der Hauserwachsene oder Diensthabende (dies kann auch ein Lehrer sein) geht durch die Zimmer und kontrolliert, ob alle anwesend sind und hilft, wenn nötig.
Schüler, die ein Instrument spielen wollen, im Computerraum arbeiten oder in der Bibliothek lernen möchten, können dies nach Absprache tun.
In den oberen Klassen können die Schüler eigenständiger entscheiden, wann und wie sie lernen, ob sie allein oder in Lerngruppen zusammen arbeiten wollen.

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  • Feste und Feiern
Schulinterne Feste haben am Birklehof Tradition.
In einem Schuljahr gibt es mehrere Feste, die zu einer bestimmten Zeit im Jahr stattfinden.
Bei diesen Festen treffen sich auch viele Altbirklehofer wieder, oder Freunde der Kinder kommen zu Besuch an das Internat. Die Feiern zeichnen sich besonders durch die Aufführungen der Schüler aus.
Es gibt unterschiedliche Arten von Festen, die am Birklehof gefeiert werden.
Die Feste, die ausschließlich von den Schülern und für die Schüler organisiert sind und die öffentlichen Feste. Diese haben nach wie vor die Funktion, Erarbeitetes nach innen und nach außen zu präsentieren. Die Schüler erarbeiten etwas und die Leistung wird von der gesamten Schule anerkannt und gewürdigt.
Auch Paul Geheeb sah in den Festen an der Odenwaldschule eine besonders gelungene Möglichkeit, das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt in der Schule zu fördern.
Am Birklehof organisieren die Schüler ihre eigenen Feste selbstständig. Es gibt auch in diesem Bereich Schüler, die sich zusammenfinden um dann für die gesamte Schülerschaft etwas zu planen und durchzuführen. Diese Feiern bieten einen „kontrollierten Freiraum“, der es ermöglicht, dass die Schüler ihre altersspezifischen Bedürfnisse ausleben können und dies innerhalb des Schulgeländes.
Die Lehrer haben andere Einblicke in das Schülerleben, als das an staatlichen Schulen der Fall ist. Die Lehrer halten sich bei diesen Festen meist zurück, sind aber von den Schülern meist willkommen.
Beschreibt man besondere Veranstaltungen am Birklehof, so müssen auch die Streiche, die sich die Schulen Birklehof und Salem nach wie vor spielen, erwähnt werden.

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  • Gemeinnützige Einrichtungen am Birklehof
Töpferwerkstatt, Feuerwehr, Mittelstufencafe, Schreinereiwerkstätten, Kunstsaal, Computerraum, Krankenstation, Turnhalle, Sportplatz (Tennisplatz, Beachvolleyball, Basketball, Tartanbahn)

Durch dieses vielfältige Angebot und die äußeren Bedingungen ist die Realisation der pädagogischen Konzepte möglich.

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  • Kosten
Der Birklehof ist keine staatliche Schule, sondern eine Schule in freier Trägerschaft und finanziert sich vorwiegend aus den Geldern, die von den Eltern monatlich für den Aufenthalt ihrer Kinder aufgebracht werden und aus einem geringen Teil aus staatlichen Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg.
Der Birklehof wird außerdem von Menschen und Institutionen unterstützt, die von den Idealen des Birklehofs überzeugt und daher gewillt sind, z. B. Stipendien für hochbegabte Schüler zu finanzieren.

Kosten und Gebühren im Schuljahr 2004/2005
 
Erziehungs- und Pensionsbeitrag im Tertial für interne Schüler/innen

  pro Monat pro Tertial pro Jahr
Klassenstufe 5-7 € 1.995 € 7.980 € 23.940
Klassenstufe 8-10 € 2.020 € 8.080 € 24.240
Klassenstufe 11-13 € 2.100 € 8.400 € 25.200

Bei Einzugsermächtigung Zahlung in vier Monatsraten

Aufnahmegebühr € 325
Hinterlegung (Kaution) € 4.200 (bei Einzugsermächtigung € 2.100)
Vorauszahlung für Nebenkosten € 280


82

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      4.4 Das Internat
Das Leben am Internat ist für die Schüler im Idealfall wie ein zweites zu Hause, der Ort, an dem sie ihre Freizeit verbringen, an dem die meisten Freunde leben und nicht zuletzt der Ort, an dem sie zur Schule gehen.
Der Internatsaufenthalt ist nicht einfach nur ein Lebensabschnitt sondern eine Erfahrung, die Jugendliche in dieser Form nur an einem Landerziehungsheim machen können.
Die Schüler sind den ganzen Tag im Internat und haben verschiedene Aufgaben, die den Tagesablauf gestalten.

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    4.4.1 Arbeitsgemeinschaften und Dienste
Es gibt ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften und Diensten, die am Birklehof täglich angeboten werden. Um jedem Schüler einen Überblick über die verschiedenen Aktivitäten geben zu können, hat man sich dazu entschlossen, am Anfang des Schuljahres ein Heft mit allen Arbeitsgemeinschaften und Diensten (schulintern) zu veröffentlichen.
Der Birklehof baut auf die Mitarbeit und Mitverantwortung seiner Schüler und Schülerinnen. Vieles gibt es zu tun und zu gestalten. Die Atmosphäre in einem Gemeinwesen und dessen Lebendigkeit hängen ab von der aktiven Teilnahme seiner Mitglieder." 83
Die Aktivitäten, die ausschließlich nachmittags und abends stattfinden, werden sowohl von Lehrern als auch von Schülern angeboten und organisiert.
  • Das Angebot der verschiedenen Dienste:
Sozialdienst, Küchendienst, Feuerwehr, Schulversammlungskomitee, AG-Leiter, Aufnahmeteam, Bibliothek, Computer, Fahrradwerkstatt, RSC-Team, Turmkeller-Komitee
  • Das Angebot der verschiedenen Arbeitsgemeinschaften:
Sport:
Segeln, Reiten, Hockey, Badminton, Basketball, Handball, Fußball, Volleyball, Reiten, Klettern, Tischtennis, Tanz, Jugger84
Andere Bereiche:
Theater, Instrumental- und Gesangsunterricht, Chor, Orchester/Kammermusik, Workshop Combo (Jazz, Rock, usw.), Theater, Kunst, Foto, Video, Kritzeln,85 Schreinern, Töpfern, Seidenmalen, Sahelprojekt, autogenes Training, Konzentrationstraining, Team- Training und Survival-AG, Schülerzeitung, Literaturwerkstatt, Bärtierchen-AG86, Physikmuseum, Naturphänomene

Jeder Schüler stellt sich mit Hilfe des Mentors eine Kombination aus Diensten und Arbeitsgemeinschaften zusammen. Welche Gewichtung der Anteil der Dienste und Arbeitsgemeinschaften hat, hängt von der Jahrgangsstufe ab.
Der Wochenplan87 hilft auch hier dem Hauserwachsenen, dem Fachlehrer und dem Mentor eine Übersicht über die Aktivitäten der Schüler zu bekommen.
Die Schüler haben Freiräume, doch sind sie duch die Teilnahme an dem Angebot und durch den verpflichtenden Tagesablauf, den das Internatsleben mit sich bringt, den ganzen Tag beschäftigt.
Auch hier wird deutlich, erinnert man sich an die Vorstellungen von Hahn und Lietz, dass die Kinder heute immer noch viele Aufgaben aus den unterschiedlichsten Bereichen erfüllen müssen und welchen Stellenwert die Schülermitverantwortung z. B. bei der Organisation und Leitung der Arbeitsgemeinschaften hat.
Die Schüler erfahren in den Arbeitsgemeinschaften und Diensten am eigenen Leib, wie viele Aufgaben täglich in einem Internat erledigt werden müssen.
In den Arbeitsgemeinschaften wird besonders der sportliche, handwerkliche, und musische Gedanke des Landerziehungsheims umgesetzt.
Bei der Ausübung der Dienste wird der soziale Aspekt der Erziehung unterstützt. Die meist aus wohlhabenden Familien kommenden Schüler lernen Lebensumstände von weniger privilegierten Menschen kennen und erfahren, dass durch ihren Einsatz eine Verbesserung der Bedingungen erlangt wird. Die Schüler entwickeln ein Verantwortungsbewusstsein für die hilfsbedürftigen Menschen und bauen eine persönliche Bindung auf.
Besonders möchte ich das Sahelprojekt hervorheben, das1974 unter der Leitung von Herrn Boersch, einem sehr engagierten ehemaligen Lehrer, ins Leben gerufen wurde. Wie der Name der Aktion schon sagt, handelt es sich bei der Hilfsorganisation um ein Projekt in der Sahelzone im Niger in Afrika.
Es werden in Kooperation mit der Grund- und Hauptschule Hinterzarten in verschiedenen Aktionen Gelder gesammelt, die den Bau von Trinkwasserbrunnen, Schulen, Krankenstationen usw. möglich machen.
Der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau äußerte sich zu diesem Projekt:
„Es ist doch immer wieder erstaunlich, was die Initiative Einzelner vermag und wie langfristig die Wirkungen sind, die von dem Schaffen Kurt Hahns ausgehen
. (Er sehe in diesem Projekt ein) gelungenes Beispiel dafür, dass es nicht immer umfangreicher Organisationen bedarf, um das große Wort von der ‚einen Welt’ praktisch werden zu lassen. Das Projekt soll zwei Ziele miteinander verbinden: einerseits Schülerinnen und Schüler zu sensibilisieren für das Bewusstsein, einer Welt anzugehören.“88
Durch das Projekt wird der humanistische Anspruch an dem Gymnasium umgesetzt. Die Schüler lernen, wie wichtig ihr Engagement für das Wohlergehen anderer Menschen ist und entwickeln durch diese Verantwortung immer wieder neue Motivation, für das Projekt zu arbeiten.
Das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Schülern, die auch bei dieser Veranstaltung einen Großteil der Organisation selber übernehmen, wächst über die Schulzeit hinaus, sodass sich viele ehemalige Schüler bei der alljährlichen Hauptveranstaltung, dem Weinachtsmarkt, wieder treffen.
Dem Schüler wird seine eigene privilegierte Lage bewusst, und die Notwendigkeit der Hilfe wird vermittelt. Die Kinder erfahren, dass durch ihr Tun, durch ihre Arbeit etwas bewegt wird. Gegenstände, die in Arbeitsgemeinschaften und im Unterricht gefertigt werden, erhalten für die Kinder einen neuen Wert, da sie nicht an Weinachten verschenkt werden, sondern einen materiellen Wert haben und verkauft werden. Es fahren immer wieder Schüler in die Gebiete, um sich ein Bild von der Lage vor Ort machen zu können und den Schülern im Internat berichten zu können, was durch die Gelder möglich gemacht werden konnte.


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    4.4.2 Tagesablauf eines Internatsschülers
Am Birklehof gab es in den ersten Jahren, bis zur Übernahme durch Georg Picht, einen „Trainingsplan“89, den er abschaffte, da es ihm darauf ankam, die Schüler zur Verantwortung und zu einem respektvollen Miteinander in der Gesellschaft zu erziehen. Diese Ziele standen im Gegensatz zu dem Trainingsplan, der eine Kontrolle in allen Breichen des schulischen Zusammenlebens möglich machte.
Zu meiner Zeit am Birklehof gab es keinen Plan, der sowohl Schülern als auch Lehrern eine Orientierung im individuellen Tagesgeschehen gegeben hätte.
Heute gibt es einen „Wochenplan“, den der Schüler selbstständig oder mit Hilfe des Hauserwachsenen erstellt. Die Schüler haben so die Möglichkeit, ihre Aktivitäten bewusst zu planen und diese sinnvoll mit den schulischen Aufgaben zu verbinden. Den Vorteil für die Hauserwachsenen und Lehrer sehe ich darin, dass der Tagesablauf des Einzelnen überprüfbar und dadurch steuerbar wird.
Das große Angebot an Freizeitbeschäftigungen und Diensten am Birklehof überfordert manche Schüler dahingehend, dass sie sich entweder zu viele Aufgaben zumuten oder möglichst allen geplanten außerschulischen Tätigkeiten aus dem Weg gehen.
Die Schüler sind nicht wie einst bei dem „Trainingsplan“ dazu angehalten sich jeden Abend zu beurteilen, um später dem Lehrer eine Einstufung seiner Person im Schulalltag durchführen zu können, sondern der Wochenplan soll eine Organisationshilfe für den Schüler sein.
Diese Stütze erscheint mir sehr wichtig, da ein Hauserwachsener nicht den Überblick über den Tagesablauf von im Durchschnitt 15 Kindern im Kopf haben kann.
Die Organisationshilfe der Familie fällt in dieser Umgebung weg und wird somit zum größten Teil auf den Schüler selbst übertragen.
Zu den individuellen Plänen gibt es noch einen allgemeingültigen Tagesablauf, der für alle im Internat Lebenden und Arbeitenden verbindlich ist. Der Tag ist durch die Mahlzeiten und verschiedene Arbeits- und Freizeitphasen strukturiert.

Tagesablauf: 6:45 Wecken
7:15-7:45  Frühstück
7:55 Unterrichtsbeginn
10:15-10:45  Pause, 2. Frühstück
13:05 Unterrichtsschluss
13:15 Mittagessen, danach Konvent (Ansagen)
14:00-14:50 Mittagsruhe
14:00-17:00 Arbeitsgemeinschaften, Nachmittagssport, Instrumental- und Gesangsunterricht, Nachhilfe, Dienste
16:30 Tee
17:00-18:50 Arbeitsstunde
19:00 Abendessen, danach Freizeit, Arbeitsgemeinschaften, Abendveranstaltungen
20:30 Zubettgehzeit für die Unterstufe
20:45-21:45 Silentium für Mittel- und Oberstufe
22:00 Ruhe im Schulgebiet
90

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    4.4.3 Regeln im Internatsleben
Ohne Regeln wäre ein Zusammenleben von ca. 200 Menschen auf einem Gelände nicht möglich.
Es gibt Regeln wie an einer staatlichen Schule auch, aber auch Regeln, die den außerschulischen Rahmen, das Internatsleben der Schüler, betreffen.
Zu Pichts und Weidauers Zeiten war das Rauchen in den Zimmern der Oberstufe erlaubt, dies ist heute nicht mehr der Fall. Die Schüler der Unter- und Mittelstufe dürfen nicht rauchen, egal wie alt sie sind; in der Oberstufe darf in besonderen Bereichen der Schule geraucht werden.
Der Konsum von Alkohol ist auch nur der Oberstufe gestattet und auch nur zu bestimmten Zeiten.
Drogen sind wie an jeder anderen Schule streng verboten und Schüler, die sich verdächtig machen, werden durch unangekündigte Drogentests überprüft.
Ansonsten haben die Schüler sich an den oben beschriebenen Tagesablauf und die damit verbundenen Regeln zu halten.
Das gewünschte Verhalten in den Häusern ist noch einmal durch spezielle Hausordnungen, die gemeinsam von Schülern und Lehrern erarbeitet wurden, formuliert.
Verstößt ein Schüler gegen diese Regeln, gibt es heute eine Übersicht, aus der entnommen wird, welche Einschränkungen oder Strafen den Schüler erwarten.
Herr Laumont hat diese Transparenz so beschrieben:
„[...] wenn ich bei Rot über die Ampel fahre, muss ich auch meinen Führerschein abgeben.“
91
Zu meiner Schulzeit gab es bei jedem schwerwiegenden Verstoß „Disziplinarversammlungen“, in denen mit dem Mentor, der Internatsleitung und dem Direktor besprochen wurde, welche Konsequenzen das Fehlverhalten für den Schüler haben sollte.
Durch die Gespräche mit den heutigen Schülern wird deutlich, dass dieser „neue Kurs“ einige Unannehmlichkeiten mit sich bringt, aber auch für mehr Ruhe im Schulgelände und mehr Transparenz sorgt.
Die Lehrer, die eine enge Bindung zu den Schülern haben, moralisieren nicht bei einem Verstoß, sondern leiten stattdessen für alle die gleichen Maßnahmen ein. Das Handeln gegen die Regeln wird nicht als Akt gegen eine Person gesehen, sondern gegen die Schulregeln.


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    4.4.4 Leben auf Zimmern, Flügeln und Gängen
Die Schüler leben in Zweier- oder Dreierzimmern zusammen, in der 13. Klasse hat jeder den Anspruch auf ein Einzelzimmer, der aber nicht immer wahrgenommen wird.
Die Zimmer sind mit einem Bett, einem Schrank, einem Tisch und einem Regal ausgestattet.
Die Schüler bringen erfahrungsgemäß viele persönliche Dinge mit und gestalten ihre Zimmer individuell.
In den Häusern gibt es immer einen Gemeinschaftsraum mit einem Fernseher und eine Kochecke. In den Häusern gibt es wöchentlich eine Hausversammlung, in der allgemeine Themen unter den Schülern und mit dem Hauserwachsenen besprochen werden. Die Schüler erziehen sich weitgehend, was das Zusammenleben in den Häusern betrifft, selbstständig. Der Pädagoge wird meist nur dann in die Probleme involviert, wenn die Schüler keine Lösung für ihre Probleme haben. Viele Kinder, die ein Internat besuchen, haben keine Geschwister oder haben Probleme, sich in eine gleichaltrigen Gemeinschaft (Peer-Goup) einzugliedern.
„Damit entfallen für diese Kinder und Jugendlichen auch die sozialen Kommunikations-Kontakte zu Geschwistern und deren Freundeskreis [...].“92
Im Internat haben die Kinder keine andere Möglichkeit, als sich mit den anderen Hausbewohnern auseinander zu setzen, geschieht dies nicht, greift der Hauserwachsene ein, um die Probleme zu lösen und den Schüler zu integrieren.
93 „Oft hat sich das Problem schon erledigt, bis ich mit dem anderen Schüler darüber sprechen möchte.“94

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    4.5 Lernen am Birklehof
Der Unterricht kann in Teilbereichen intensiviert werden, da am Birklehof mehr Unterrichtszeit zur Verfügung steht als an staatlichen Schulen.
Der Unterricht am Birklehof unterscheidet sich zunächst durch die geringe Zahl der Schüler (maximal 24).
Die Klassenräume sind dementsprechend kleiner und es herrscht eine familiäre, vertraute Atmosphäre.
Auch im Unterricht wird darauf geachtet, dass die Schüler ihre Meinung äußern können. Durch diese Rückmeldung an den Lehrer wird eine angenehme Lernsituation geschaffen, und die Schülerimpulse können von den Lehrern umgesetzt werden.
Die Kinder haben in dieser Umgebung die Chance auf eine individuelle Betreuung und sind intensiver mit dem Unterrichtsgeschehen verbunden. Dies kommt besonders schüchternen oder verängstigten Kindern zugute, da in diesem kleinen Kreis die Gefahr einen Schüler zu „übersehen“ gering ist.
Ein weiterer Unterschied zu staatlichen Schulen ist die Verteilung der Wochenstunden: an sechs Tagen in der Woche ist Vormittags Unterricht (nur die oberen Klassen haben auch Nachmittagsunterricht); so ist es möglich, die Schüler am Wochenende nicht zu lange auf sich selbst gestellt zu lassen. Die Internen dürfen nur jedes dritte Wochenende das Internat verlassen.
Dafür sind aber die Ferien am Birklehof länger.
Der Birklehof ist ein staatlich anerkanntes Gymnasium, das sich nach dem Bildungsplan von Baden-Württemberg richtet.
Ab dem elften Schuljahr wird auch am Birklehof nun in dem seit 2002 gültigen Kurssystem des allgemeinbildenden Gymnasiums unterrichtet.95 Die Vorgaben, die der Bildungsplan gibt, werden eingehalten und können an entsprechender Stelle erweitert werden.
Eine Verstärkung eines Faches ist in diesem Rahmen möglich sowie die Birklehof-spezifischen Veranstaltungen wie die Spielstunde, die Schulversammlung usw.
Am Birklehof steht nicht der Wettbewerb an erster Stelle, sondern die Zusammenarbeit unter den Lehrern und den Schülern.
Der Unterricht ist geprägt von eigenen Stellungnahmen der Schüler. Sie werden persönlich angesprochen, eine Verknüpfung der Lerninhalte mit der Welt der Schüler wird angestrebt.
Diese Form des Unterrichts ist so durchführbar, da die Lehrer durch das Zusammenleben viel über die außerunterrichtliche Situation ihrer Schüler wissen.
Zu den externen Schülern ist der Kontakt nicht so intensiv, doch sind die Schüler oft an den Nachmittagen im Internat oder bei den Arbeitsgemeinschaften anwesend, und haben so am Schulleben Teil.
Schon zu meiner Zeit am Birklehof wurde in manchen Fächern fächerübergreifend unterrichtet, „Formen wie Freiarbeit, Exkursionen, Praktika, Studientage96 und auch Veranstaltungen außerhalb des Unterrichts (universitäre Seminare) werden am Birklehof erlernt und praktiziert.
Die Schule ist zwar an den Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg gebunden, aber es bleiben noch Freiräume, um zum Beispiel auf die alterstypischen Bedürfnisse der Schüler einzugehen.
In Sexta und Quarta gibt es die Spielstunde, in der sich die Kinder neben dem Sportunterricht austoben können oder ihre Kreativität gefördert wird.
Man könnte diese Phasen der Ablenkung auch in den Unterricht einbauen, der Vorteil an der Separierung zwischen Spiel und Arbeit besteht darin, dass ein Zeitfenster vorgegeben ist und dass Aufführungen vorbereitet werden können. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Lehrer die Möglichkeit hat, die Klassensituation außerhalb des Unterrichts zu beurteilen.
In der Oberstufe wird besonders auf die Fähigkeiten des selbstständigen Lernens geachtet, um eine bestmögliche Vorbereitung auf die Zeit nach dem Abitur zu erlangen.
Der Birklehof unterscheidet sich nicht in erster Linie durch den Vormittagsunterricht von einem staatlichen Internat. Betrachtet man die Unterrichtsstrukturen am Birklehof, wird deutlich, dass am Birklehof Neuerungen eingeführt werden, die notwendig sind, um eine bestmögliche Ausbildung zu erreichen.
Man orientiert sich an den Konzepten der Gründer der Schule und an den Gedanken der Reformpädagogen, deren Forderungen heute immer noch aktuell sind und am Birklehof leichter realisierbar gemacht werden können als das an staatlichen Schulen der Fall ist.

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  • Lernen lernen
Jeder Schüler, der neu an den Birklehof kommt, nimmt an dem Kurs „Das Lernen lernen" teil. Es werden Konzentrationsübungen, Übungen zur Gedächtnisschulung und Grundregeln der Arbeitsorganisation vorgestellt, mit deren Hilfe die Schüler ihr Lernen bewusst und effizient gestalten und ihre Eigenständigkeit beim Lernen erhöhen können.97

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    4.5.1 Lehrer – Mentoren – Hauserwachsene
Die Lehrer werden am Birklehof nicht staatlich zugewiesen, sondern individuell ausgewählt.
Die Lehrer die sich am Birklehof bewerben, müssen anders als zu Pichts und Kuchenmüllers Zeiten neben dem besonderen pädagogischen Engagement auch die fachliche Qualifikation haben, um an einem Gymnasium in Baden-Württemberg unterrichten zu dürfen
.
Die Schüler am Birklehof entscheiden am Ende eines Schuljahres nicht darüber, welcher Lehrer sie im nächsten Jahr noch unterrichtet. Die Schüler, die Konferenzteilnehmer sind, werden jedoch bei der Auswahl der neu einzustellenden Lehrer mit einbezogen.
„In die Bewerbungsgespräche sind pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso einbezogen wie Vertreter/innen der Schülerschaft.“98
An der ersten Sedbury-Schule in Deutschland, in Überlingen am Bodensee ist das anders
: „Einmal im Jahr bestimmt die Versammlung, welche Erwachsenen an der Schule als Lehrer arbeiten dürfen. Pädagogen, die bei den Schülern schlecht ankommen, verlieren ihren Job.“99
Die meisten Lehrer, die an den Birklehof kommen, haben neben ihrer pädagogischen Qualifikation auch noch Interessen, die sie in das Leben an der Schule einbringen können.
Besondere Interessen der Lehrer kommen den Schülern in den Arbeitsgemeinschaften, Projekten oder bei Klassenfahrten zugute.
Es gibt drei Formen des Lehrerdaseins am Birklehof:
  1. Interne Lehrer, die nicht nur an der Schule sind um zu unterrichten, sondern alleine oder mit ihren Familien und den Schülern in den Internatshäusern leben.
  2. Externe Lehrer, die an der Schule arbeiten und in den umliegenden Dörfern oder Städten wohnen. Auch ihre Arbeit ist nicht mit der von Kollegen an staatlichen Schulen zu vergleichen, da sie auch stark in das Leben im Internat integriert sind. Sie leiten genau wie die internen Lehrer z. B. Arbeitgemeinschaften, übernehmen Wochenenddienste in den Internatshäusern und betreuen die Arbeitsstunde.
  3. Lehrer, die zwar auf dem Gelände des Birklehofs wohnen, aber kein Internatshaus als Hauserwachsene betreuen.

Alle Lehrer am Birklehof sind auch Mentoren. Dies ist eine weitere Tradition, die sich seit den Gründerjahren bewährt hat und fortbesteht.100 Die Mentoren wissen über die Aktivitäten ihres Schützlings Bescheid und stehen mit anderen Lehrern, der Schulleitung und den Eltern im Kontakt. Sie vertreten den Schüler bei Notenkonferenzen, um eventuelle Probleme, die ein Schüler hat zu thematisieren, und Gründe für die schlechte schulische Leistung heraus zu finden.
Die Mentoren sind wichtige Vertrauenspersonen neben den Hauserwachsenen und sprechen mit dem Schüler ab, welche ihm anvertrauten Informationen auch öffentlich gemacht werden dürfen.
Durch diese Verknüpfung von Lehrperson und Vertrauensperson ist es den Erziehern leichter möglich, eine gute „Zusammenarbeit mit den Eltern“101, den Schülern und dem Kollegium zu erzielen.
Die Gründe, warum Lehrer an den Birklehof kommen, sind ebenso vielfältig wie die der Schüler des Internats.
Spätestens ab dem Moment, an dem sie am Birklehof ankommen, haben sie jedoch alle eines gemeinsam: Sie sind bereit, sich auf neue Wege der Erziehung zu begeben und sich auch nach dem Unterricht für die Ideale der Schule einzusetzen.
Ein Lehrer am Birklehof übernimmt andere Aufgaben als an einer staatlichen Schule.
Sein Privatleben wird aufgrund der Verantwortung für die Schüler und deren Präsenz stark eingeschränkt.
Die Hauserwachsenen haben eine Wohnung in den Internatshäusern und sie sind, außer an ihrem freien Tag, immer Ansprechpartner für die ca. 15 Schüler pro Haus. An den meisten Wochenenden werden sie von externen Lehrern oder von anderen Hauserwachsenen vertreten.
Ich habe Wiebke Matthei, eine junge Lehrerin, die gleichzeitig Hauserwachsene und Mentorin ist, zu ihrem Leben am Birklehof befragt, um eine aktuelle Einschätzung der Situation am Birklehof aus Lehrersicht zu erhalten.
Frau Matthei war nach ihrem Referendariat in Norwegen an einer Schule als Lehrerin und Erzieherin beschäftigt.
Seit 2001 arbeitet sie als Hauserwachsene im Saalbau, einem Internatshaus für Unter- und Mittelstufenschülerinnen.
An ihrem Beispiel werde ich Aspekte des Lehrerseins am Internat beleuchten. Sie ist an den Birklehof gekommen, da sie von dem Konzept der Schule überzeugt ist und weitere alternative Schulformen kennen lernen wollte. Sie hat bewusst die Doppelfunktion als Lehrerin und Erzieherin gesucht, „[...] da der Kontakt zu den Schülern wenn es um fünf nach Eins klingelt [...]“ 102 zu gering war. Am Birklehof lernt sie alle Schüler intensiver und in den verschiedensten Situationen kennen, auch diejenigen Schüler, die sich an staatlichen Schulen zurückziehen und keinen Kontakt zum Lehrer suchen.
In den kleinen Lerngruppen ist es möglich, die Schüler individuell zu fördern.
Die Beziehung zu den Schülern, und auch die zum Kollegium ist persönlicher und verbindlicher. Kollegen wissen um die Stärken und Schwächen des anderen, und eine Arbeitsaufteilung nach Interesse und Kompetenz macht die tägliche Arbeit am Internat für alle Beteiligten zufrieden stellend.
Die Aufgaben eines Pädagogen sind nicht einheitlich festgelegt, sondern werden auf die Lebenssituation und die Vorstellungen des Lehrers abgestimmt. Lehrer an Landerziehungsheimen haben einen hohen Arbeitsaufwand und verbringen mehr Zeit mit den Schülern und in der Schule als die Kollegen an staatlichen Schulen. Frau Matthei betont aber, dass ein engagierter Lehrer an einer staatlichen Schule genauso viel arbeitet, nur dass sich Ort und Art der Arbeit unterscheiden.
Die Schüler haben ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihr und wissen gleichzeitig, dass sie auch ihr eigenes Leben führt und führen will.
Dies war nicht immer so, zu Beginn fühlte sie sich für alles und jeden in ihrem Haus 24 Stunden lang verantwortlich, „[...] man bekommt schnell das Gefühl, unverzichtbar zu sein. Heute weiß ich, dass ich nicht immer allen gerecht werden kann und dass Differnzen mit den Schülern nicht immer etwas mit meiner Person zu tun haben sondern mit den Regeln.
Man muss das Bewusstsein entwickeln, dass die auch mal ohne einen auskommen, und dass man austauschbar ist, sonst tut man sich selbst und den Schülern keinen Gefallen.
Ob man fünf Kinder zu betreuen hat oder zwanzig, ist letztendlich egal, man nimmt sich immer soviel Zeit wie man hat; umso schöner ist es natürlich, wenn man für den Eizelnen mehr aufbringen kann.“
103
Die Schüler profitieren von ihren eigenen Interessen und von ihrer Anwesenheit, zum Beispiel in „der Reit-AG, bei Sport- Spaß- und Schwarzwald, beim Sozialdienst, von meinem Hund, von meinen Büchern oder wenn sie sich meinen Mixer ausleihen wollen. Wichtig ist mir die Dinge vermitteln zu können, an denen mir selber etwas liegt. Die Schüler buhlen oft um die Anerkennung des Hauserwachsenen, und lernen aber in der Gemeinschaft, dass man nicht immer Zeit für sie hat.
Man lernt die Schüler in den verschiedensten Situationen kennen, und kann sich so ein Bild von der gesamten Person und nicht nur von den Leistungen im Unterricht machen. Die Erlebnisse, die man mit den Schülern hat, schweißen zusammen.“
104

Die Lehrer sind stärker gefordert, doch bekommen sie im Gegenzug auch mehr zurück.
Zu einem schlechten Matheschüler, den man in anderen Bereichen als engagierte und soziale Persönlichkeit kennen lernt, baut man im Unterricht eine andere Beziehung auf, umgekehrt erleben die Schüler die Lehrer auch in Situationen, in denen sie ihre Schwächen haben.
Auch die Schüler lernen den Lehrer als ganzen Menschen kennen.
Frau Matthei sieht die ursprünglichen Konzepte am Birklehof heute immer noch verwirklicht; durch die vielen gemeinsamen Aktivitäten, die erlebnispädagogisch orientierten Klassenfahrten, die Integrations-Wochenenden und das tägliche Leben am Birklehof. Sie habe viel Privatleben geopfert, und das bewusst und gerne, um die ursprünglichen Ideen des Landerziehungsheims zu verwirklichen.
Nach Aussagen von Lehrern und der Schulleitung ist es nicht möglich, im ersten Jahr am Birklehof als Lehrer, Hauserwachsener, Mentor, Klassenlehrer und AG-Leiter den Aufgaben in allen Bereichen gewachsen zu sein. Es braucht eine gewisse Zeit, bis man sich in das Internatsleben einfindet. Viele Lehrer haben den Anspruch an sich selber, dass alles auf einmal gelingen muss oder fühlen sich der Aufgabe nicht gewachsen und verlassen den Birklehof.
Daraus ergibt sich eine Struktur des Kollegiums mit Lehrern
  • die der Schule schon mehrere Jahrzehnte verbunden sind
  • die seit ca. fünf Jahren an der Schule sind
  • die noch neu am Birklehof sind.
Die Landerziehungsheime leben von den Persönlichkeiten, die das Leben am Internat formen.
Die Atmosphäre der Schule verändert sich, wenn diese Leute in den Ruhestand gehen, und andere lernen deren Funktionen einzunehmen.
Auch bei den Schülern ist eine hohe Fluktuation festzustellen. Die Lernsituation wird dadurch erschwert, dass man sich immer wieder mit den unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen der Schüler konfrontiert sieht. Durch die Integration von neuen Schülern entsteht viel Unruhe in den Klassen, aber die Kinder lernen auch, sich auf neue Situationen und Menschen einzustellen und die Neuen im besten Fall zu unterstützen.

„Man läuft Gefahr immer zu arbeiten, da der Birklehof Lebensmittelpunkt wird, doch auf der anderen Seite profitiert man selber so von den Schülern, wächst an den Aufgaben und lernt sich selber kennen.
Durch das, was ich bei den Schülern sehe, erinnere ich mich daran, was ich selber in dieser Zeit durchgemcht habe.“105
Frau Matthei hat sich in der Nähe der Schule eine alte Mühle gemietet, um einen Ausgleich und Distanz zum Schulleben zu bekommen.

Die verschiedenen Fortbildungen und die Unterstützung durch die Schulpsychologin während der gesamten Schulzeit und nicht nur in Krisensituationen schätzt sie sehr. Hierzu ein Auszug aus dem Leitbild der Schule:
Personal- und Schulentwicklung unter Anleitung externer Berater/innen sind am Birklehof seit vielen Jahren Programm und werden als ständiger Prozess verstanden, in den die Schülerinnen und Schüler einbezogen sind. Fachliche Fortbildungen – individuell, im Rahmen von internen Mitarbeitertagungen oder durch die pädagogischen Arbeitsstellen der Landerziehungsheime – ergänzen das Spektrum der Weiterqualifizierung.“106

Auf die Frage, was sie am Birklehof ändern würde, antwortete mir Frau Matthei, dass man ihrer Meinung nach mehr Schwerpunkte im Bereich der Arbeitsgemeinschaften setzten sollte, um die Schüler durch Professionalisierung in Teilgebieten in ihrem Selbstvertrauen zu stärken. Außerdem wäre sie auch dafür, dass die Lehrer noch stärker ihren pädagogischen Fähigkeiten entsprechend in der Ober- oder Unterstufe eingesetzt werden sollten.
 
Die Tatsache, dass die Lehrer am Birklehof zum größten Teil verbeamtet sind und finanziell nicht besser gestellt sind als Lehrer an staatlichen Schulen, bestätigt, dass der Birklehof auch für die Lehrenden eine besondere Institution darstellen muss, an der es sich lohnt zu bleiben.

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    4.5.2 Musik
Am Birklehof hat die Musik seit Bestehen der Schule einen wichtigen Part eingenommen.
Herman Lietz und auch Hahn haben die Wichtigkeit der Musik und der Kultur in einem Zusammenspiel mit Sport und handwerklicher Arbeit in ihren Leitgedanken formuliert.
Unter Kuchenmüller wurde verstärkt auf das Theaterspiel und auf den Sport eingegangen, doch unter Picht und mit der Unterstützung seiner Frau wurde der Birklehof ein Ort für musische Talente.
Auch die nachfolgenden Generationen pflegten diesen Brauch, und auch heute wird diese Tradition hochgehalten, indem besonders begabten Schülern die Möglichkeit gegeben wird, sich intensiv mit ihrem Tun zu befassen.
Allerdings ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass der Birklehof keine Spezialschule für Musik ist. Die Schule bietet im Vergleich zu öffentlichen Schulen und auch zu anderen Landerziehungsheimen eine besonders intensive Förderung von musisch Hochbegabten. Das Musikhaus am Birklehof hat einen Konzertsaal und eine Vielzahl an Übungsräumen. Durch die abgeschlossene Einheit des Musikhauses ist es den Kindern möglich den ganzen Tag zu üben, ohne andere durch das Musizieren zu stören oder selbst gestört zu werden.
Ich habe keinen vergleichbaren Bau bei anderen Landerziehungsheimen vorfinden können.
Die Schüler können für Wettbewerbe, Konzerte und Trainingsprogramme freigestellt werden und werden von den Pädagogen beim Nachlernen der verpassten Unterrichtsinhalte unterstützt. Die Schüler werden durch ihre Mentoren und durch die musikalische Betreuung individuell gefördert. Ihnen wird viel Freiraum gelassen, um sich ihrer Aufgabe widmen zu können. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass der Schüler in der Woche sechs Stunden zur Verfügung hat, in denen er während der Unterrichtszeit üben kann.
All diese Freiräume sind von den Leistungen des Schülers sowohl im musischen als auch im schulischen Bereich abhängig. In Gesprächen mit dem Schüler werden die persönlichen Leistungsanforderungen besprochen.
Die hochbegabten Schüler bekommen außerdem einen Klassenkameraden zur Seite gestellt, der ihn mit Unterrichtsmaterialien und Hausaufgaben während der Abwesenheit versorgt.
Am Birklehof wird darauf geachtet, dass die kulturelle Bildung nicht neben den Unterrichtsinhalten als „Luxus“ abgetan wird, sondern dass die Kinder immer wieder neue Zugänge zu neuen Interessengebieten bekommen.
Auch die Tradition, renommierte Musiker an den Birklehof einzuladen, wird weiter hochgehalten.
Die Schüler präsentieren ihr Können nicht nur vor der Schule, sondern auch in der Öffentlichkeit.
Für das Konzert-Management ist Florian Heilmann, ein ehemaliger Schüler, gewonnen worden. Sein Werdegang ist auch am Birklehof nicht alltäglich, zeigt aber, wie sehr die Fähigkeiten eines Schülers gefördert werden. Er kam von der Spezialmusikschule in Dresden an den Birklehof, um die bestmögliche Verbindung zwischen der Ausbildung in Musik und Schule zu bekommen.
Den Vorteil gegenüber der Spezialschule sieht Florian Heilmann darin, dass am Birklehof alle Wege offen standen sich weiter zu bilden; es wurde keine reine Konzentration auf musische Bildung wie an der Spezialschule vorgegeben.
Die Möglichkeit, dass die Musik zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht ausreichen könnte, wurde bei allen Schülern eingeräumt und auf eine allgemeinbildende Ausbildung, die alle Chancen offen hielt, Wert gelegt.
Er betont, dass die Grundvoraussetzungen Konzentration, Disziplin und Begabung
für eine musische Karriere ausschlaggebend sind und dass die Schule bei der Entwicklung dieser Fähigkeiten unterstützend gewirkt hat.
Die heute von ihm organisierten Abend- und Teemusiken zeichnen sich durch Qualität und Internationalität aus. Leider sind diese Veranstaltungen für die Schüler nicht verpflichtend und überschneiden sich zeitlich häufig mit den angebotenen Arbeitsgemeinschaften und Diensten, so dass nur wenige Schüler und Lehrer die Aufführungen besuchen und die Mehrzahl Gäste aus der Umgebung sind.
Um die positiven Begleiterscheinungen des Musizierens bei allen Schülern sicher stellen zu können, hat man sich dazu entschlossen, das Erlernen eines Instruments in Klasse 5 und 6 verbindlich zu machen.
Es erleichtert Kindern das Lernen, wenn sie Bildung an Empfindungsvermögen knüpfen können – was durch das Spiel auf einem Instrument, die Improvisation auf einer Bühne oder die Aneignung des Zeichenhandwerks in der Regel passiert. Der Umgang mit Formen, Farben, Sprache und Tönen lehrt das Übertragen und Abwandeln und schärft die Sinne[...] darin sehen Hirnforscher einen großen Gewinn: Kinder brauchten trainierte Augen und Ohren, so argumentieren sie, um sich in einer überreizten Welt orientieren zu können und analytischen Verstand auszubilden – es gelte, das wenig Wichtige vom vielen Unwichtigen zu unterscheiden.“107

Florian Heilmann beschreibt den Birklehof:
„Für mich war der Birklehof ein Glücksfall. Er gab mir Raum mich zu entfalten und mich und meine Leistung zu präsentieren.
Meine Liebe zur Musik war groß genug um Ablenkungen, die es zur Genüge gab, nicht auf Dauer zu ernst zu nehmen.“
108

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    4.5.3 Zusammenspiel von körperlicher und geistiger Arbeit
An dieser Stelle werde ich noch einmal auf Kurt Hahn eingehen, da durch seine Ideen das entstanden ist, was heute „Erlebnispädagogik“ genannt wird. Erlebnispädagogik ist weit mehr als „ein Lagerfeuer109 zu machen.
Die Perspektiven, die sich aus dem Zusammenspiel von psychischer und physischer Arbeit ergeben, werden nicht nur am Birklehof sondern weltweit in vielen Bereichen wahrgenommen.
In Kapitel 2.2.1 habe ich bereits über die Beweggründe für die Entwicklung seiner Thesen gesprochen, jedoch nicht über die Umsetzung.

Hahn hat zwei Erziehungsziele im Blickfeld:

„Die Charakterförderung des Menschen und die Erziehung des Menschen ‚zum verantwortungsvollen Denken und Handeln in einer auf freiheitlich- demokratischer Grundlage aufbauenden Gemeinschaft’ durch eine Auseinandersetzung mit sich selbst und der Umwelt.“110

Hahn sieht also nicht den Unterricht und die Belehrung als höchstes Erziehungsideal an, sondern eine Charakterprägung im Sinne einer Erziehung zur Verantwortung. Sein Erziehungsideal war der „tatkräftige, humanitär gesinnte Mensch, dessen Bewährungsraum Gemeinschaft und Staat sind.“111
Dieses Ziel kann man jedoch nicht durch theoretische Belehrungen, sondern nur durch Lernen, das durch konkretes Handeln und praktischen Lebensbezug gekennzeichnet ist, erreichen. Hahnist der Auffassung, dass Platons Idee der Nachahmung und Übung ein entscheidender Faktor für das Lernen sei.
Es ging dabei um die Erzeugung von zwei wesentlichen Gewohnheiten:
Das Umsetzen von Gefühlen in echte Handlungen und die Fähigkeit, sich selbst zu überwinden.112
Hahn meint, dass derjenige, der handelt und handelnd lernt, sich eher an die Situation erinnern kann als der Passive.
So führt er in seinen Kurzschulen neben dem Unterricht vier Aktivitäten ein. Sie sind die Grundpfeiler seiner Erlebnistherapie. Deren Wirksamkeit entsteht jedoch nur in ihrer gegenseitigen Verzahnung. Sie alle stehen unter dem gemeinsamen Motiv des Erlebens:

Dienst am Nächsten:

Das ist wohl das wichtigste Merkmal seiner Schulen. Durch den Rettungsdienst werden die Schüler geschult und auch praktisch eingesetzt. So ist Hahn der Überzeugung, dass der Dienst am Nächsten eine Dynamik der menschlichen Seele freisetzt, „die noch gewaltiger ist als die Dynamik des Krieges. Das ist eine ermutigende Erfahrung, die immer wieder bestätigt worden ist.“113
Eine andere Begründung für den Rettungsdienst findet Hahn in der Bibel. Er beruft sich auf das Gebot der Nächstenliebe.Der Rettungsdienst gilt als das ‚wirksamste Erziehungsmittel’, da der Jugendliche durch den Einsatz seiner eigenen Existenz für das Wohl des Nächsten ein ganz neues Lebensverhältnis entwickelt.114

Das Projekt:

Es stellt eine Aufgabe im handwerklichen, technischen oder geistigen Bereich dar. Es fördert Sorgsamkeit, Geduld und die Entfaltung der Selbstständigkeit, Kreativität und Musikalität. Damit soll die Leidenschaft des Schaffens geweckt werden. Die „Mühsal und Sorgfalt auf dem Weg zum Ziel“ sollen der Oberflächlichkeit und der Hast des Lebens entgegenwirken.115 Beispiele sind das Anlegen und Pflegen eines Biotops, Laienspiele, usw.

Körperliches Training:

Es soll dem Verfall der körperlichen Tauglichkeit entgegenwirken und Gesundheit, Ausdauer, Körperbeherrschung, Entschlusskraft und Mut fördern. Hierbei können zweierlei Arten von Erfahrungen gemacht werden: Durch Selbstüberwindung und Selbstentdeckung. Die angewandten Sportarten reichen von Leichtathletik über Mannschaftssportarten bis zu den Natursportarten und sind von den äußeren Faktoren wie Wetter, Gelände, etc. unabhängig.
Wir fordern die Überwindung der Schwäche, genau wie wir die beglückende Entwicklung der angeborenen Stärke ermutigen.116

Die Expedition:

Sie soll dem Mangel an Initiative entgegenwirken und die Entschluss- und Überwindungskraft fördern. Dabei werden Voraussicht in der Planung und Sorgsamkeit, Umsicht und Entschlusskraft in der Durchführung auf die Probe gestellt. So werden beispielsweise Expeditionen auf Segelkuttern, in Kajaks oder Schlauchbooten, auf Skiern oder zu Fuß unternommen.

Vergleicht man alle diese Methoden mit den heutigen Konzepten am Birklehof, wird deutlich, wie wichtig die Ansätze von Kurt Hahn zu dieser Zeit waren und es heute noch sind.
Diese Forderungen werden heute am Birklehof bei folgenden Aktivitäten umgesetzt:

  • beim erlebnispädagogisch orientierten Nachmittagssport
  • bei Aufführungen der Internatshäuser oder der Klassen
  • bei den Klassenfahrten in die nahe gelegenen Rheinauen, auf Selbstversorger-Skihütten, bei Fahrten der Klasse 8, in der Physikexperimente in der Natur ausprobiert werden
  • bei dem alljährlichen Geländespiel (Integrationswochenende), der gesamten Schule
  • in den Arbeitsgemeinschaften
  • bei Häuser-Sportturnieren
  • durch Regeln, oder „Strafstunden“, bei denen für gemeinnützige Zwecke in der Schule oder in den Gemeinden gearbeitet wird.

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    4.6 Neue Medien

„Im Zeitalter des Computers ist eine Beherrschung dieses Geräts und ein sinnvoller Gebrauch des Internet-Zugangs unerlässlich.“117
Die Schule stellt sich den Anforderungen und bemüht sich, die neuen Medien in das Konzept einzugliedern.
Die Bereitstellung und Nutzung der elektronischen Lehr- und Lernhilfen sind am Birklehof in den letzten Jahren verstärkt ausgebaut worden.
Die Schule hat ein eigenes Intranet und rüstet nach und nach die Klassenräume mit Beamern aus.
Es gibt verschiedene Computerräume, die im Unterricht und in der Freizeit genutzt werden können, und jedes Internatszimmer hat einen eigenen Internetzugang. Die meisten Schüler haben auf ihren Zimmern einen eigenen Computer.
Die Meinungen der Eltern über den Einsatz von Computern sind kontrovers. Manche Eltern wünschen sich für ihr Kind einen Schonraum, in dem es möglichst lange vor der Technisierung des Alltags geschützt ist, andere fordern den intensiven Gebrauch des Computers, um die Schüler auf das berufliche Leben optimal vorzubereiten.118
Im Unterricht werden den Altersstufen angemessen verschiedene Fertigkeiten am Computer erlernt und geübt. Durch das Interesse an der Technik und die Überlegenheit gegenüber manchen Lehrern läßt die Begeisterung der Schüler nicht nach.
Der Birklehof achtet darauf, dass der Computer nicht nur zum „Surfen“ und Spielen genutzt wird, sondern dass in der Zukunft unumgängliche Kompetenzen erlernt werden. Außerdem ist es nötig, den Gebrauch des Computers und des Internets auf bestimmte Zeiten zu beschränken, sodass nicht zu viel Zeit vor dem Medium verbracht wird.
Das Internet und bietet viele Möglichkeiten, die Schüler selbstständig recherchieren zu lassen und auch ihre eigenen Beiträge entweder im Intranet oder im Internet zu veröffentlichen. Durch die Abfrage von Information und das eigene Einbringen von Inhalten fühlt sich der Schüler verantwortlich für seine Arbeit und erledigt diese gewissenhafter, da sie nicht nur vom Lehrer sondern auch von seinen Mitschülern beurteilt wird.
Die Anpassung an die technische Entwicklung steht nicht im Gegensatz zum Konzept der Schule, da es nicht Ziel der Schule ist, Kinder isoliert von der Welt und von Veränderungen im gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu erziehen.


Fußnoten

73 www.birklehof.de

74 Auch durch das Schülermentorat werden Jüngere in den Tagesablauf und in die Besonderheiten des Internatslebens mit einbezogen.

75 Die Delegiertenversammlung besteht aus Schülervertretern, die von der Gemeinschaft gewählt wurden. Es werden wichtige Entscheidungen, die das gesamte Schulleben betreffen besprochen.

76 Vgl. Würthle, S. 26-27

77 siehe Anhang, Abbildung -1-, -2-

78 Vgl. Punkt 3.

79 Vgl. Anlagen, Abbildung -3-

80 Vgl. Anlagen, Abbildung -4-

81 Vgl. Punkt 5.4

82 www.birklehof.de

83 www.birklehof.de

84 Sportart, bei der es darum geht, einen Ball in die gegnerische Spielfeldhälfte zu bringen. Dazu werden Polsterwaffen eingesetzt.

85 Es werden „Schülerkritzeleien“ gesammelt, gedeutet und ausgestellt.

86 Wissenschaftliche AG: mikroskopisch kleine Tiere werden untersucht und erforscht.

87 Vgl. Punkt 4.4.2

88 www.birklehof.de

89 Vgl. Punkt 3.2

90 www.birklehof.de

91 Befragung der Schulleitung (Interviews)

92 v. Carlsburg, Wehr, 2004, S. 11

93 Vgl. Punkt 4.4 Das Internat

94 Interview mit Wiebke Matthei, 03.09.04

95 Vgl. Bildungsplan Kursstufe, 2001, S. 8

96 www.birklehof.de

97 Vgl. www.birklehof.de

98 www.birklehof.de

99 Spiegel, 04.08.04

100 Vgl. Punkt 3.1.2

101 Hentig in: Bildungsplan 2004, S.12

102 Interview mit Wiebke Matthei, 03.09.04

103 Interview mit Wiebke Matthei, 03.09.04

104 Interview mit Wiebke Matthei, 03.09.04

105 Interview mit Wiebke Matthei, 03.09.04

106 www.birklehof.de

107 Spiegel, 26.07.04

108 Interview mit Florian Heilmann, 10.08.04

109 Interview mit Wiebke Matthei, 03.09.04

110 Reiners, 1993, S.3

111 Reiners, 1993, S. 3

112 Vgl. Reiners 1993, S. 2

113 Hahn in Weber 1983, S. 75

114 Vgl. Reiners 1993, S. 4

115 Vgl. Weber 1983, S. 72

116 Hahn in Weber/Ziegenspeck 1983, S. 70

117 Hentig in Bildungsplan 2004, S. 15

118 Vgl. www.birklehof.de

Birklehof


Homepage Birklehof
Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Meine Vorgehensweise
1.3 Quellenlage

2. Landerziehungsheime & Reformpädagogen
2.1 Die Ursprünge der Landerziehungsheimbewegung
2.1.1 Ursprünge der Landerziehungsheime in England
2.2 Geschichte der Landerziehungsheime in Deutschland
2.2.1 HermanLietz
2.3 Reformpädagogen der Landerziehungsheimbewegung
2.3.1 Kurt Hahn
2.3.2 Georg Picht

3. Die Geschichte und Konzeption des Birklehofs
3.1 Der Birklehof von1932 bis 1945
3.1.1 Aufnahmekriterien für Schüler
3.1.2 Schülerschaft
3.1.3 Lehrer Erzieher
3.1.4 Pädagogisch-didaktische Grundkonzeption und Schulalltag
3.1.5 Schulregeln
3.1.6 Unterricht und Sport
3.1.7 Musik und Veranstaltungen
3.2 Der Birklehof im zweiten Weltkrieg und nach 1945
3.3 Der Birklehof von 1945 bis heute

4 Überprüfung der Aktualität in Bezug auf die gegenwärtige Situation am Birklehof
4.1 Schülerschaft
4.2 Bewertung der Belegungszahlen der LEH, im Besonderen des Birklehofs
4.3 Leben und lernen heute am Birklehof
4.4 Das Internat
4.4.1 Arbeitsgemeinschaften und Dienste
4.4.2 Tagesablauf eines Internatsschülers
4.4.3 Regeln im Internatsleben
4.4.4 Leben auf Zimmern, Flügeln und Gängen
4.5 Lernen am Birklehof
4.5.1 Lehrer – Mentoren – Hauserwachsene
4.5.2 Musik
4.5.3 Zusammenspiel von körperlicher und geistiger Arbeit
4.6 Neue Medien

5 Aktuelle Aspekte der Landerziehungsheimbe- wegung
5.1 Befragung externer Schüler und ehemaliger externer Schüler
5.1.1 Auswertung der Ergebnisse der Befragung der externen Schüler und Altbirklehofer
5.1.2 Bewertung der Befragung
5.2 Auswirkungen von Pisa und eine Einschätzung des Birklehofs in Bezug auf Pisa
5.3 Mögliche Parallelen zwischen dem skandinavischen Modell und der Methodik am Birklehof.
5.3.1 Aktuelle Diskussion über Ganztagsschulen
5.4 Gründe, die Kinder damals wie heute dazu bewegen ein Internat zu besuchen
5.5 Der äußere Rahmen des Birklehofs

6 Ergebnisse und Ausblicke
6.1 Der Birklehof in der Tradition
6.2 Diskussion der Hauptergebnisse und Schlussbetrachtung
6.3 Persönliche Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis
Sekundärliteratur
Internetquellen
Zeitschriftenaufsätze
Filme
Interviews

8 Anhang