WEE-WEF : Weltbund für Erneuerung der Erziehung - World Education Fellowship
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2 Landerziehungsheime & Reformpädagogen


2.1 Die Ursprünge der Landerziehungsheimbewegung
Die Jugendbewegung
Die Arbeitsschulbewegung
2.1.1 Ursprünge der Landerziehungsheime in England
Cecil Reddie (1858-1932)
Alexander S. Neill (1883-1973)
2.2 Geschichte der Landerziehungsheime in Deutschland
2.2.1 Herman Lietz
Gründungsaufruf Pulvermühle
2.3 Reformpädagogen der Landerziehungsheimbewegung
2.3.1 Kurt Hahn
Zeittafel
2.3.2 Georg Picht


Das Kürzel LEH steht im folgenden für Land-Erziehungs-Heim.
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2.1 Die Ursprünge der Landerziehungsheimbewegung

Um die Ursprünge der Landerziehungsheimbewegung verstehen zu können, muss zunächst die reformpädagogische Bewegung im 18. Jahrhundert erwähnt werden. Auslöser für diese Bewegung war die eingehende Kritik im Bildungswesen seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts.
Die Grenzen der traditionellen Lernschule, in der nicht die Menschenbildung, sondern vielmehr die Wissensvermittlung im Vordergrund stand, wurden erkannt.

Die Wegbereiter, wie Jean-Jacques Rousseau ( 1712-1778), Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), Johann Friedrich Herbart ( 1776-1841) oder Friedrich Wilhelm August Fröbel ( 1782-1852) hatten sich zum Ziel gesetzt, die bestehenden Strukturen in den Schulen zu ändern. "Mit der Aufklärung, besonders infolge philanthropistischen Engagements kam es aus der Einheit von "Natur – Schule – Leben“ zu einem Lehrerideal, das sich auf eine vorbildliche Persönlichkeit und die rechte Weise, mit dem Zögling umzugehen, gründete. “1

Schule und die Funktion der Lehrer wurden aus einer neuen Sicht betrachtet. Obwohl die Reformpädagogik sowohl positiven als auch negativen Bewertungen ausgesetzt ist, kann man trotz allem sagen, dass sie definitiv neue Maßstäbe setzte, denn zum ersten Mal wurden weit über den schulischen Rahmen hinaus Erziehung und pädagogisches Handeln erfasst. Vorreiter der reformpädagogischen Bewegung waren Auf- und Umbrüche in den Bereichen der Kunsterziehung, Landerziehungsheime, Arbeitsschulbewegung, Frauenbildung und autonomen Jugenderziehung.

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  • Die Jugendbewegung
Die Jugendbewegung wird hier erwähnt, da viele Ansätze der späteren Landerziehungsheimbewegung bereits hier zu finden sind.

Durch den Aufschwung des Handels und durch die Veränderung der landwirtschaftlichen Produktion am Ende des 18. Jahrhunderts kam es auch zu Veränderungen in der sozialen Entwicklung.
Söhne des städtischen Bürgertums konnten ein sogenanntes „Jünglingsleben“ führen.
Durch den Erlass zur Jugendpflege (1919) fand nun auch die breite Masse unterprivilegierter Tagelöhner und Arbeiterkinder Zugang zu den Ideen, die eine natürliche, ganzheitliche und lebensorientierte Sichtweise vermittelten.
Diese Bewegung stand im Gegensatz zu der beengten und bevormundeten Situation die sich ihnen bisher in der Gesellschaft bot.
Herman Hoffmann-Fölkersamb leitete schließlich im Sommer 1896 die Jugendbewegung ein, indem er Wanderungen für Schüler des Gymnasiums von Steglitz organisierte und durchführte und somit die Wandervogelvereine ins Leben rief.
Ziel der Jugendbewegung war es, sich von dem Leben der Erwachsenen abzugrenzen, die neue Lebenseinstellung zu realisieren, indem man selbst bestimmen und gestalten konnte.
Im Vordergrund der Bewegung stand stets Kameradschaft, Freundschaft, und Gemeinschaft Eigenschaften, die insbesondere durch die vielen gemeinsamen Wanderungen ausgebildet wurden.
Zu Beginn war die Jugendbewegung für die öffentlichen Schulen eher uninteressant. Erst durch die Reformschulen, wie beispielsweise die Landerziehungsheime, lebte die Idee wieder auf, sodass Wandertage, Schülerfahrten und andere Veranstaltungen zu wichtigen Elementen im Schulalltag wurden.
Eine einseitig intellektuelle Bildung wich so einer musischen und ganzheitlichen Erziehung.

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  • Die Arbeitsschulbewegung
In den Landerziehungsheimen hat seit ihrem Bestehen eine enge Verknüpfung zwischen Hand- und Kopfarbeit stattgefunden.
Schon Jean-Jacques Rousseau stellte die These auf, dass Handarbeit die jungen Menschen der Natur am nächsten bringe, und Pestalozzi sah in ihr die Möglichkeit einer Hinführung zur Selbstständigkeit.

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2.1.1 Ursprünge der Landerziehungsheime in England

Als Pioniere der Landererziehungsheime und reformpädagogischer Schultypen sind Cecil Reddie, der Gründer von Abbotsholme und Alexander S. Neill, der Gründer des legendären Summerhill, zu erwähnen.
Sie haben mit ihren Ideen und deren Umsetzungen auch die deutsche Reformpädagogik stark beeinflusst.

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  • Cecil Reddie ( 1858-1932)
1889 gründete Reddie das LEH Abbotsholme, das weltweit zu einem Synonym für die Neue Erziehung wurde.
Er bemängelte an den traditonellen Schulen, dass hier keine erzieherische Mitte, kein Lebensbezug und kein innerer Zusammenhang im Lehrprogramm auszumachen sei.

Abbotsholme sollte eine Erziehung des ganzen Menschen, also seiner geistigen, körperlichen und charakterlichen Anlagen gewährleisten und so den Nachwuchs für die gesellschaftlichen Ämter sicherstellen.2

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  • Alexander S. Neill ( 1883-1973)
1924 gründete Neill das wohl bekannteste Projekt der Landerziehungsheimbewegung: Summerhill.
Hier wurden alle Vorstellungen von Schule, die es bis zu diesem Zeitpunkt gegeben hatte, neu überdacht.
Neill realisierte eine Methode der kinderorientierten Erziehung, die sich auf die Grundgedanken des „Kleinen Commenwealth“ von Homer Lanes stützte.
Lanes war der Meinung, dass die Selbstverwirklichung der kindlichen Natur nur in Freiheit und in der liebevollen Begegnung möglich sei.
Die natürliche Form der Selbstentfaltung wurde Neills Erkenntnis zufolge jedoch durch die elterliche Erziehung und die konventionelle Schulerziehung behindert, da die Kinder einer falschen Disziplin unterworfen wurden, was zu Unsicherheit, Angst, Unwahrhaftigkeit, Kriminalität, Hass und Grausamkeit führen konnte.
Diese Selbst-Erziehung wurde nun durch den Grundsatz: „Jedes Individuum hat die Freiheit, das zu tun, was es will, solange es die Freiheit der anderen nicht beeinträchtigt [..]“ 3 eingeschränkt.
Die Schüler in Summerhill sind auch heute nicht dazu verpflichtet die Schule zu besuchen. Die Tatsache der freiwilligen Teilnahme am Unterricht wird von der Labour-Regierung als Hebel benutzt, Summerhill als nicht britische Standards erfüllendes Schulkonzept diffamieren zu können.
Die englische Regierung beobachtet das Experiment in Summerhill nicht sehr wohlwollend, hat aber wegen der weltweiten Beachtung wenig Möglichkeiten, den Schulbetrieb zu beeinflussen, ohne dass das liberale britische Ansehen darunter litte.
Generell werden die Methoden von Neill widersprüchlich diskutiert.
Den Argumenten, dass in der Schule die Orientierung, die Herausforderung, die Anleitung, die Wissensvermittlung fehle, wird entgegengesetzt, dass Summerhill viele zufriedene Erwachsene hervorgebracht habe und seit 80 Jahren ein funktionierendes freies Alternativschulkonzept verfechte und viel dazu beigetragen hat, dass die Rohrstock-Pädagogik nicht mehr ernsthaft diskutiert und zumindest in Deutschland überwunden wurde.
Wenn man sich die Arbeiten über Summerhill anschaut, muss man sagen, ohne A. S. Neill sähe die deutsche Pädagogiklandschaft anders aus; es würden einige Impulse zur Reformpädagogik fehlen.

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2.2 Geschichte der Landerziehungsheime in Deutschland

Bis Herman Lietz 1898 das erste LEH gründete, gab es Heime und Klöster, in denen Kinder ausgebildet wurden.
Die Entwicklung der Landerziehungsheimbewegung kann nicht losgelöst von der Epoche und dem Kontext ihrer politischen und gesellschaftlichen Bedingungen gesehen werden.
Am Anfang des letzten Jahrhunderts war unsere Gesellschaft, besonders in den Großstädten, gekennzeichnet von der Industrialisierung, die einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich brachte. Die Menschen glaubten an den Fortschritt der Technisierung. An Umweltprobleme dachte noch fast niemand.
Die Jugend dieser Zeit gehörte zwangläufig der gleichen sozialen Klasse an wie ihre Eltern. Der Zugang zu den Bildungsinstitutionen war dauerhaft von der Position im Klassensystem abhängig.4 Die Arbeiterkinder mussten direkt nach der Grundschule mit den Eltern in die Fabriken, um Geld für die Familien zu verdienen. Die Kinder der Bürgerlichen (Ärzte, Anwälte, Fabrikanten) gingen auf das Gymnasium, wo Altgriechisch und Latein auf dem Stundenplan standen, Deutschtum und die Lehren der alten Philosophen hochgehalten wurden.
Wenn sogar Goethes Faust auf dem Index stand, wegen der „Affäre" mit dem Gretchen, so ist es für uns nachvollziehbar, dass an Koedukation und sexuelle Aufklärung nicht zu denken war.
Zu Hause herrschte das Patriarchat. Der Platz der Frauen und Töchter war am Herd, in besseren Familien widmeten sie sich der Muse. Das Wahlrecht erhielten sie sowieso erst 1919.
Die Kinder wurden zu kleinen Erwachsenen erzogen, die bis hin zur Kleidung den Eltern gleichen sollten. Sie hatten also keinerlei Freiräume, um sich zu entwickeln.5

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2.2.1 Herman Lietz

Herman Lietz wollte ein Gegenbild zu den bestehenden Schulen schaffen. Er gründete drei Landerziehungsheime: Ilsenburg im Harz (1989), Haubina in Thüringen (1901) und Biberstein in der Rhön (1904).
Nach seinem Theologiestudium entschied sich Lietz für den Lehrerberuf.
Als Oberlehrer in der Übungsschule Wilhelm Reins machte er seine ersten prägenden pädagogischen Erfahrungen und begegnete 1893 Cecil Reddie. Sein späterer Aufenthalt in Abbotholme vertiefte seine Einsicht und führte zu dem Entschluss, ein eigenes Landschulheim zu gründen.
1897 veröffentlichte Lietz seine Schrift „Emlohstoba“, in der er sich gegen die Unterrichtsschule wendete und ein Bildungsideal entwarf, das der Charakterbildung einen höheren Stellenwert einräumte als der Wissensvermittlung.6 Er selbst hatte erfahren, dass an den „Schulen die Ausbildung des Körpers, Gemüts, Willens, die Weckung von Schaffensfreude und Tätigkeitstrieb viel zu wünschen übrig ließen“7. Besonders beklagte er den Umgang zwischen Schülern und Lehrern. Die Lehrer wären nur daran interessiert gewesen, die Schüler auf die nächste Prüfung vorzubereiten und vernachlässigten dabei die Erziehungsarbeit.
Mit der Eröffnung seines ersten Heims übernahm er den äußeren Rahmen von Abbotsholme und knüpfte bewusst an die pädagogischen Utopien Platons, Goethes, und Fichtes sowie eine lange Tradition der Internatserziehung auf dem Lande an, insbesondere an die Ritterakademien der früheren Neuzeit, die Philanthropie der Aufklärungsepoche und die Schulversuche Pestalozzis zu Beginn des 19. Jahrhunderts.8

Am 26. April 1898 wurde das erste Deutsche Landerziehungsheim auf dem Landgut „Pulvermühle“ an der Ilse bei Ilsenburg im Harz von Herman Lietz gegründet.
Bei Lietz taucht 1898 der Begriff Landerziehungsheim zum ersten Mal auf. 9
Die Bezeichnung Landerziehungsheim wählte Lietz für die erste Schule dieser Art, weil mit diesem einen Wort drei wichtige Elemente des pädagogischen Konzepts benannt und miteinander in Verbindung gebracht sind: Landerziehungsheime sind Wohnschulen, die nicht in Städten, sondern auf dem Land liegen meist in sehr eindeutig geprägten Landschaften.
Wie ihre Gründer sind die Landerziehungsheime heute der Überzeugung, dass es nicht gleichgültig ist, in welcher Umwelt ein junger Mensch aufwächst und welche Eindrücke ihn dort prägen.
Landerziehungsheime sind Wohnschulen, die Erziehung, also eine umfassende Persönlichkeitsbildung, für ihre wichtigste Aufgabe halten. Sie wollen die „Kopflastigkeit“ und einseitige Überbewertung von intellektuellen Leistungen vermeiden, die der Normalschule mit Recht vorgeworfen werden. Landerziehungsheime sind Wohnschulen, die nicht „Institute“ oder „Anstalten“ sein wollen, sondern ein Heim, ein Ort also, an dem man als Kind oder Jugendlicher „heimisch“ werden kann.
Die Landerziehungsheime sind heute eine Vereinigung von 21 selbstständigen Landerziehungsheimen (20 in Deutschland und eines in der Schweiz).

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Der Gründungsaufruf der Pulvermühle von 1898 zusammengefasst:

Im deutschen Landerziehungsheim „Pulvermühle", „[...]will ich zusammen mit gleichgesinnten Mitarbeitern treu das Ziel verfolgen, die mir anvertrauten Kinder zu harmonischen, selbstständigen Charakteren zu erziehen; zu deutschen Jünglingen, die an Leib und Seel gesund und stark, die praktisch, wissenschaftlich und künstlerisch tüchtig sind, die klar und scharf denken, warm empfinden, stark wollen."10
Diese Ziele sollten durch folgende Leitlinien umgesetzt werden:

  1. Durch Verlegung der Erziehung auf das Land, fernab der Stadt. Die Erziehung inmitten der Natur und in schönen Anlagen soll durch das Umfeld erleichtert werden. Die Wohn- und Schulräume sollen hell, luftig und geräumig gestaltet sein. Die Landerziehungsheime sollen in den „gesundesten Gegenden Deutschlands11 sein.
  2. Durch das Zusammenleben von Schülern und Pädagogen. Alle Altersstufen leben zusammen am Landerziehungsheim. Die Schüler werden besonders von den „starken Persönlichkeiten“ der Lehrer geprägt und erziehen sich auch untereinander.
  3. Durch eine hygienische Lebensweise, im Essen und Trinken (kein Alkohol, keine stark gewürzten Speisen, reichlicher Genuss von Gemüse, Obst, Milch, Eiern, Fisch usw.). Durch eine Abwechslung zwischen wirtschaftlicher und körperlicher Arbeit, und der Erholung in Spiel, Sport und Kunst.
  4. Durch tägliche körperliche Übungen morgens nach dem Aufstehen, in den Pausen, an freien Nachmittagen (täglich zwei Stunden).
  5. Durch körperliche Arbeiten, bei denen die Kinder ihr Wissen noch erweitern können (Arbeiten im Wald, in der Schreinerei, auf dem Feld). Täglich zwei Stunden Nachmittags.
  6. Durch tägliche Kunstübungen, Zeichnen nach der Natur (drei Stunden wöchentlich); durch Singen (0,5 Stunden täglich), Instrumentalmusikübungen (eine Stunde täglich, nach den Mahlzeiten). Durch eine planmäßige Hinführung zur Kunst durch Theater, Schulkonzerte usw. (täglich zwei Stunden, abends)
  7. Durch Morgen- und Abendandachten, „zur Pflege des sittlich-religiösen und vaterländischen Sinnes“. Durch religiöse Einwirkungen bei feierlichen Gelegenheiten, Betonung des religiös-sittlichen in allen Unterrichtsfächern, besonders in Naturwissenschaft und Geschichte, Pflege der Poesie und Kunst.
  8. Durch einen Unterricht, der den Gesetzen der Erziehungskunst und Wissenschaft entspricht. Das Interese des Zöglings soll stets benutzt werden und mit dessen praktischen Übungen in Verbindung gebracht werden. Der Schüler soll „selbsttätig und freudig“ am Unterricht teilnehmen, die Fähigkeiten des scharf beobachten, denken, beurteilen, vergleichen sollen ihn fähig machen, sich im „modernen und nationalen“ Leben zu integrieren.12
Der Abschluss des ersten LEH soll im Allgemeinen dem der Realschule entsprechen. Es soll einheitlich Englisch und Französisch unterrichtet werden; besteht der Wunsch der Eltern, so erhalten die Kinder auch ab der 13. Klasse Unterricht in Latein und Griechisch, um den Bildungsgang eines Gymnasiums zu durchlaufen.
Die Notwendigkeit der Gründung der LEH begründet Lietz im Folgenden: „Unser gegenwärtiges „höheres“ und mittleres Schulwesen ist hinter den Idealen sowie hinter den praktischen, erzieherischen Arbeiten der großen Pädagogen vergangener Zeit eines Luther, Comenius, Salzman, Gutmuths, Pestalozzis, Herbart, Jahn, Arndt, Fichte, Fröbel u.a. - weit zurück geblieben;“13
Die Unterrichtanstalten seien, besonders in den Städten, nicht dazu in der Lage, die „[...]Charakterbildung, die körperliche, praktische, künstlerische, seelische Entwicklung unserer Jugend [kommt] neben der Einprägung von Kenntnissen für Examina viel zu kurz weg."14
Die Eltern seien nicht in der Lage, diese einseitige Prägung der Schule auszugleichen. Der Hausvater stand an der Spitze des „Familiensystems“, das Lietz realisieren wollte.
Die erzieherische Einstellung von Herman Lietz war von seiner starken Persönlichkeit her patriarchalisch und autokratisch, aber auch von Offenheit und Vertrauen geprägt.

„Aus all diesen Gründen sind deutsche Landerziehungsheime beschriebener Art eine nationale und soziale Notwendigkeit. Die Liebe zur deutschen Jugend zwingt zu ihrer Begründung."15

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2.3 Reformpädagogen der Landerziehungsheimbewegung

Neben Herman Lietz seien Paul Geheeb, Gustav Wyneken, Alfred Kramer als weitere bekannte Gründer der LEH genannt, sie alle wollten mit ihren Schulen ein Gegenbild zu der Wilhelminischen Staatsschule bilden. 16
Gustav Wyneken und Paul Geheeb arbeiteten beide als Lehrer und später als Schulleiter in den von Lietz gegründeten Landerziehungsheimen (Haubina und Ilsenburg). Die Kooperation wurde eingestelt, da Geheeb und Wyneken sich zu sehr von Herman Lietz und seinen Idealen der Landerziehungsheime eingeengt fühlten. Paul Gehheb wurde der Begründer der Odenwaldschule und zusammen mit Gustav Wyneken gründete er die Freie Schulgemeinschaft Wickersdorf in Thüringen.

Für den Birklehof sind die Pädagogen Kurt Hahn und Georg Picht von besonderer Bedeutung. Im Folgenden werde ich die Biografien vorstellen; auf ihren besonderen Einfluss auf den Birklehof wird in Kapitel 3 „Die Geschichte und Konzeption des Birklehofs“ eingegangen.

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2.3.1 Kurt Hahn
Kurt Hahn ist eine sehr interessante und wichtige Person, deshalb erscheint es an dieser Stelle sinnvoll, eine kurze Darstellung seines Lebenswerks einzufügen:

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Zeittafel

1886 am 5. Juni wurde Kurt Hahn als Sohn des Industriellen Oskar Hahn und seiner Frau Charlotte in Berlin geboren. Er hatte drei Brüder und wurde im jüdischen Glauben erzogen.
1904 machte er Abitur am humanistischen Kaiser Wilhelm Gymnasium. Er studierte vor allem Philosophie und Philologie in Berlin, Heidelberg, Freiburg, Göttingen und Oxford (Christ Church).
1914 im Ersten Weltkrieg wurde er als Englandexperte und politischer Referent für das Auswärtige Amt und die Oberste Heeresleitung tätig. Auch politischer Vertrauter des Reichskanzlers Prinz Max von Baden ( späterer Kontakt zu Salem).
1919 war Picht Gründungsinitiator der zeitweise politisch sehr einflussreichen Heidelberger Vereinigung. Teilnahme an der Friedenskonferenz in Versailles als Berater u. a. für Außenminister Graf Brockdorff-Rantzau.
1920 Mitgründer der Schule Schloss Salem, später Eröffnung der Zweigschulen Hermannsberg, Spetzgart, Hohenfels, Birklehof.
1923 Mitinitiator des Instituts für auswärtige Politik
1932 Stellungnahmen gegen die nationalsozialistische Gewaltpolitik
1933 Verhaftung durch die Nationalsozialisten, Verbannung aus Baden, Emigration nach Großbritannien
1934 Gründung der British Salem Schools in Gordonstoun/Schottland, später Eröffnung der Zweigschulen Wester Elchies und Altyre. Während des Krieges Evakuierung nach Wales
1938 wurde er britischer Staatsbürger
1941 Gründung der ersten Kurzschule, der Outward Bound Sea School in Aberdovey/Wales, heute gibt es weltweit ca. 30 offizielle Kurzschulen
1945 Übertritt in die Anglikanische Kirche
1949 Mitinitiator von weiteren Internatsschulen, z. B. Anavryta/Griechenland, Louisenlund/Bundesrepublik Deutschland, später Battisborough/Großbritannien, Athenian School/USA. Gründung der American-British Foundation for European Education, Gründung der Deutschen Gesellschaft für Europäische Erziehung, um Schülerstipendien bereitzustellen, Tagesheimschulen und Kurzschulen ins Leben zu rufen
1953 Rücktritt als Leiter von Gordonstoun, Heimkehr auf den Hermannsberg bei Salem
1956 Gründung des Duke of Edinburgh Award, eines Leistungsabzeichens, um das sich jährlich 100 000 Jugendliche in fast 50 Ländern der Welt bewerben
1958 Einrichtung der Trevelyan Scholarships, besondere Studienstipendien für Oxford und Cambridge
1962 Gründung des ersten United World College, des Atlantic College in St. Donat's Castle/Wales, heute gibt es Oberstufenkollegs auch in Kanada, Singapur, USA und Italien.
1963 Mitbegründer der Medical Commission on Accident Prevention/London, einer Institution, die sich im Sinne angewandter Wissenschaft der Unfallverhütung, Ersten Hilfe und Lebensrettung widmet.
1974 am 14. Dezember gestorben, beigesetzt in Salem17

Hahn wollte der negativen Entwicklung der Jugend seiner Zeit entgegenwirken.
Das Erziehungssystem der damaligen Zeit kam seiner Ansicht nach den Bedürfnissen der Schüler nicht nach.
Sein Grundsatz, der sich in Salem und Gordonston18 bewährt hatte lautete:
„The destiny of character is shaped outside the classroom.“
19
Hahn wird als Mitbegründer der Erlebnispädagogik gesehen und vertrat schon damals die These, dass Kinder Freiräume im schulischen Alltag brauchen.
„Gebt den Kindern Gelegenheit, sich selbst zu entdecken, [...] Lasst sie Triumph und Niederlage erleben [...]. Weist ihnen verantwortlich Aufgaben zu, bei denen zu versagen den kleinen Staat gefährden heißt [...]. Übt Phantasie.“ 20


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  • Die Diagnose der Verfallserscheinungen
Hahn war der Meinung, „dass die gegenwärtige Zivilisation krank ist, dass sie der Jugend die Kraft raubt, bevor sie erwachsen ist, dass der, der dazu bestimmt ist, unserer Zivilisation zu dienen, gegen sie gestählt werden muss; dass durch Erziehung schützende Neigungen entstehen können, die wahrscheinlich immun machen können.“ 21
Durch Erziehung wollte Hahn die von ihm „diagnostizierten“ Verfallserscheinungen behandeln und so den „kranken Staat heilen.“
Unter den Verfallserscheinungen verstand Hahn:
Mangel an menschlicher Anteilnahme, verursacht durch eine ständige Hast und Eile, die mit dem modernen Leben verbunden ist. Mit dem modernen Leben meint er z.B. die Medien oder die technischen Fortbewegungsmittel, mit denen man ohne Anstrengung unverdiente Geschwindigkeit erreichen kann. Intensive Erfahrungen jagen einander und „man kommt nicht dazu, einen Gedanken zu Ende zu denken oder gar ein Gefühl zu Ende zu fühlen.“ 22
Mangel an Sorgsamkeit, die durch die immer schwächer werdende Tradition des Handwerks entsteht. Damit verbunden ist auch die schwindende Bereitschaft des mühvollen, exakten Arbeitens. Hahn nennt diesen Mangel auch die „Seuche der Schlamperei. Er führt auch diesen Mangel auf die „[...] Hast des modernen Lebens [...]“ zurück.23
Mangel an körperlicher Tauglichkeit, der durch die modernen Fortbewegungsmöglichkeiten verursacht ist. Als weiteren Grund betrachtet Hahn die fehlende Selbstdisziplin gegenüber Beruhigungs- und Rauschmitteln.Dadurch sieht er die„[...] Grundlage der Überwinderkraft [...]“ gefährdet, die wiederum Voraussetzungfür langwierige und mühselige Unternehmungen ist.24
Mangel an Initiative, da der Mensch, anstatt seine körperlichen Fähigkeiten einzusetzen, lediglich in die Zuschauermentalität verfällt. Bedingt ist dieser Mangel durch die modernen Kommunikationsmittel. Durch moderne Medien besteht die Möglichkeit, „an künstlichen, unverdienten Sensationen mit unbewusster körperlicher Reaktion teilzunehmen, wobei diese Sensationen aber lediglich kurzlebiger Schwindel seien.25
So überlegte Hahn, wie er diesen Mangelerscheinungen entgegenwirken könne.
Eine Lösung sah er in dem, was heute Erlebnispädagogik genannt wird und an den von ihm geschaffenen LEH praktiziert wird.

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  • Schulen Kurt Hahns
Neben den Landerziehungsheimen Salem und Gordonston, die Hahn gründete und leitete, gehen noch weitere Schulgründungen auf ihn zurück, die entweder von ihm selbst initiiert wurden oder nach dem Vorbild seiner Schulen entworfen wurden.
Dazu gehören die Kurzschulen bzw. „Outward-Bound-Schulen“ und die „Atlantic Colleges“ und „United World Colleges“.
Schulen, die sich den pädagogischen Ideen Kurt Hahns verpflichtet fühlen, sind zum Teil durch die „Round Square Conference“ miteinander verbunden. Insgesamt erstrecken sich heute ungefähr 60 solcher Schulen und Einrichtungen über alle fünf Kontinente.
Der Birklehof gehört dem internationalen Verbund der Schulen in der „Round Square Conference“ an.
Dieses Projekt erlaubt, unterstützt und organisiert, dass Schüler sich für eine gewisse Zeit im Ausland weiterbilden können.
Es muss hier nicht weiter darauf eingegangen werden, dass es sicherlich hervorragend ist eine Fremdsprache vor Ort zu lernen; auch die Tatsache, dass man viele neue Eindrücke sammelt und oft mit tiefen Freundschaftserlebnissen wieder an die alte Schule wechselt, ist sicherlich der Entwicklung der Persönlichkeit des Schülers förderlich.

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2.3.2 Georg Picht

Picht wurde 1913 geboren und hatte Zeit seines Lebens schwer mit den Bedingungen seiner Zeit zu kämpfen.
Er hatte eine negative Sicht auf den Staat und die damit verbundenen Reglementierungen. Er hatte den Zerfall der Weimarer Republik mitbekommen und hatte die Zeit des Nationalsozialismus bewusst miterlebt.
Er war Philosoph und Platonschüler und unterschied zwischen Ideen und ihren Erscheinungsformen.
Er sah die Kunst in der Erziehung im Geschehen-Lassen, und nicht in der strengen Befolgung der Regeln.
Das ursprüngliche Konzept (Hahn, Lietz) sieht einen streng organisierten Tagesplan für die Schüler vor, was Picht ablehnt, hier löst er sich von den Gründerideen von Lietz.
Er war bereits Lehrer am Birklehof und nahm dann das Amt des Schulleiters an. Seine Frau Edith Picht-Axenfeld war in das schulische Leben am Birklehof involviert; besonders konnte sie dieses mit ihren musischen Fähigkeiten bereichern. Beide bemühten sich immer darum, anerkannte Musiker, Künstler und Gelehrte an den Birklehof einzuladen, um den Schülern in der Abgeschiedenheit des Schwarzwaldes, die Kultur und Ereignisse der Welt nicht vorzuenthalten.

Mit seinem freien Erziehungsstil reagierte Picht aber insbesondere auf die Situation nach 1945, in der die Schüler jeden Glauben an Autoritäten verloren hatten.
Picht kämpfte gegen die Bürokratie, da er eine Realisierung seiner Konzeption mit den ihm auferlegten Reglementierungen nicht verwirklichen konnte.
Er förderte die wissenschaftliche Arbeit am Birklehof und errichtete das Platon- Archiv, in dem wissenschaftliches Forschen realisiert wurde.

„Gegen staatliche Eingriffe in die Belange der privaten Schule
Birklehof setzt er sich entschieden und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr: mit juristischem Beistand, Interessenbündnissen, Mobilisierung der Öffentlichkeit und persönlichen Interventionen bei Entscheidungsträgern.“26
Er strebte einen rechtlichen Schutz gegenüber staatlichen Eingriffen an und versuchte mit seinem Engagement die schulpolitische Situation zunächst am Birklehof und später auch darüber hinaus zu verbessern. Hilfreich waren ihm stets seine Kontakte zu den unterschiedlichsten einflussreichen Leuten.
1952 war er wesentlich an der Entstehung des Zusammenschlusses der freien Schulen beteiligt.
Der Birklehof mit seinen Methoden sollte keine Randerscheinung bleiben, sondern ein Vorbild für die staatlichen Schulen sein.
„Der Plan zur Reform der Oberstufe, den die Schule Birklehof entwickelt, schafft einen Rahmen, das Bildungsziel des humanistischen Gymnasiums zu verwirklichen und den Schülern zugleich eine persönliche Schwerpunktsetzung zu ermöglichen. Die Idee einer Schule als »Bildungsgemeinschaft« kommt in diesem Plan unmittelbar zum Ausdruck, indem die Oberstufe nicht nur den formalen Bildungsauftrag erfüllt, die Schüler in das selbständige, wissenschaftliche Arbeiten einzuführen, sondern einen allen Schülern gemeinsamen eigenen Bildungsgehalt verkörpert: die Beschäftigung mit den repräsentativen Erscheinungen der antiken Welt.“27
Das bildungspolitische Engagement von Picht ist auf das Bestreben den Birklehof ein humanistisches Gymnasium werden zu lassen zurück zu führen.

Die Grundlagen waren durch die Ausarbeitung des Reformplanes von 1955 gegeben. Die Umsetzung konnte er aufgrund seiner Tätigkeiten in anderen Bereichen nicht selbst übernehmen und überließ diese seinen Mitarbeitern am Birklehof.
Picht sah sich immer wieder mit Freunden der Schule und auch mit Altbirkelhofern konfrontiert, die seine Arbeit an der Schule nicht begrüßten, da sie nichts mehr mit der Schule von 1932-1944 zu tun hatte.

Picht lebte im „Altbirkle“, das erste Haus, das auf dem Gelände des heutigen Birklehofs stand. Hier fühlte er sich zu Hause, da er schon einen Teil seiner Kindheit und Jugend in diesem Hof verbracht hatte, und das, obwohl ihm das Haus nie gehört hatte.


Fußnoten

1 Arnhardt/Hofmann/Reinert, 2000, S. 27

2 Vgl. Röhrs, 1991, S. 103

3 Röhrs, 1991, S. 109

4 Hansen-Schaberg, 2002, S. 53

5 Vgl. Die Gesellschaft um die Jahrhundertwende, http://www.stud.uni-karlsruhe.de/

6 Vgl. Röll, 2000, S.17

7 Dietrich, Theo, 1967, S. 41

8 Hansen-Schaberg, Inge/Schonig, 2002, S. 55

9 Dietrich, Theo: D, 1967, S. 41

10 Dietrich 1967, S. 15

11 Dietrich 1967

12 Dietrich, 1967, S. 15-16

13 Dietrich, 1967, S. 17

14 Dietrich, 1967, S. 17

15 Dietrich, 1967, S. 17

16 Vgl. Harder in Hansen Schaberg, Schonig 2002, S. 251

17 Hahn, 1986, S. 109

18 das zweite Landerziehungsheim, nach Salem, dass von Kurt Hahn gegründet wurde.

19 Dietrich, 1967, S. 155

20 Hahn in Reiners 1993, S. 1

21 Hahn in: Weber 1983, S. 45

22 Hahn in: Weber/Ziegenspeck 1983, S. 49

23 Vgl. Hahn in: Weber/ Ziegenspeck 1983, S. 4

24 Vgl. Weber/Ziegenspeck 1983, S. 50

25 Weber/Ziegenspeck 1983, S. 49

26 Löwe, 2001, S. 47

27 Löwe, 2001, S. 15

Birklehof


Homepage Birklehof
Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Meine Vorgehensweise
1.3 Quellenlage

2. Landerziehungsheime & Reformpädagogen
2.1 Die Ursprünge der Landerziehungsheimbewegung
2.1.1 Ursprünge der Landerziehungsheime in England
2.2 Geschichte der Landerziehungsheime in Deutschland
2.2.1 HermanLietz
2.3 Reformpädagogen der Landerziehungsheimbewegung
2.3.1 Kurt Hahn
2.3.2 Georg Picht

3. Die Geschichte und Konzeption des Birklehofs
3.1 Der Birklehof von1932 bis 1945
3.1.1 Aufnahmekriterien für Schüler
3.1.2 Schülerschaft
3.1.3 Lehrer Erzieher
3.1.4 Pädagogisch-didaktische Grundkonzeption und Schulalltag
3.1.5 Schulregeln
3.1.6 Unterricht und Sport
3.1.7 Musik und Veranstaltungen
3.2 Der Birklehof im zweiten Weltkrieg und nach 1945
3.3 Der Birklehof von 1945 bis heute

4 Überprüfung der Aktualität in Bezug auf die gegenwärtige Situation am Birklehof
4.1 Schülerschaft
4.2 Bewertung der Belegungszahlen der LEH, im Besonderen des Birklehofs
4.3 Leben und lernen heute am Birklehof
4.4 Das Internat
4.4.1 Arbeitsgemeinschaften und Dienste
4.4.2 Tagesablauf eines Internatsschülers
4.4.3 Regeln im Internatsleben
4.4.4 Leben auf Zimmern, Flügeln und Gängen
4.5 Lernen am Birklehof
4.5.1 Lehrer – Mentoren – Hauserwachsene
4.5.2 Musik
4.5.3 Zusammenspiel von körperlicher und geistiger Arbeit
4.6 Neue Medien

5 Aktuelle Aspekte der Landerziehungsheimbe- wegung
5.1 Befragung externer Schüler und ehemaliger externer Schüler
5.1.1 Auswertung der Ergebnisse der Befragung der externen Schüler und Altbirklehofer
5.1.2 Bewertung der Befragung
5.2 Auswirkungen von Pisa und eine Einschätzung des Birklehofs in Bezug auf Pisa
5.3 Mögliche Parallelen zwischen dem skandinavischen Modell und der Methodik am Birklehof.
5.3.1 Aktuelle Diskussion über Ganztagsschulen
5.4 Gründe, die Kinder damals wie heute dazu bewegen ein Internat zu besuchen
5.5 Der äußere Rahmen des Birklehofs

6 Ergebnisse und Ausblicke
6.1 Der Birklehof in der Tradition
6.2 Diskussion der Hauptergebnisse und Schlussbetrachtung
6.3 Persönliche Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis
Sekundärliteratur
Internetquellen
Zeitschriftenaufsätze
Filme
Interviews

8 Anhang