WEE-WEF : Weltbund für Erneuerung der Erziehung - World Education Fellowship
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1 Einleitung


1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Meine Vorgehensweise
1.3 Quellenlage



Zu Beginn möchte ich die Gründe darlegen, warum die Aufgabe, über den Birklehof zu schreiben, mich nicht nur fachlich herausgefordert hat, sondern mir auch Gelegenheit gab, einen wichtigen Lebensabschnitt zu beleuchten und somit wissenschaftlich das aufzuarbeiten, was mich während meiner Schulzeit persönlich bewegt, beeinflusst und geprägt hat.

Ich habe das Internat Birklehof von 1992 bis 2001 als externe Schülerin besucht.
Der Birklehof liegt zwischen Hinterzarten und Breitnau im Schwarzwald, ca. 30 km östlich von Freiburg im Breisgau.
Hinterzarten ist nicht nur in Deutschland als Luftkurort bekannt; die Gemeinde zeichnet sich dadurch aus, dass hier Ursprünglichkeit sowohl in der Landschaft als auch bei den Einwohnern immer noch zu finden ist.

Hier in dieser Hochschwarzwaldregion, fast komplett als Naturschutzgebiet eingestuft, wurde versucht, intakte Natur mit dem Tourismus in Einklang zu bringen.

Meine Familie ist Mitte der 70er Jahre in den Schwarzwald gezogen.
Hier wurde ich geboren, wuchs in Hinterzarten auf und ging hier zur Grundschule.
Der Wechsel zum Gymnasium Birklehof als „Externe“ fiel mir sehr leicht, unter anderem auch deshalb, weil mein Schulweg sich von zehn min Länge auf drei min und somit deutlich reduzierte, und weil viele meiner Klassenkameraden mich begleiteten, nachdem meine Mutter, die seit 1976 am Birklehof arbeitete, diese Mitschüler von den Vorteilen dieser Internatsschule überzeugt hatte.
Nach neun Jahren, die unterbrochen wurden durch einen viermonatigen Internatsaufenthalt im Apppleby - College in Toronto in Canada, habe ich das Abitur gemacht.
Ich habe eine sehr schöne Zeit am Birklehof verbracht und fühle mich auch heute noch dorthin gezogen.
Mein letzter intensiverer Birklehofkontakt führte mich im Rahmen meiner studentischen Nebentätigkeit an meine alte Wirkungsstätte, als hier eine Bildergeschichte für eine Jugendzeitschrift fotografiert wurde.

Hier ist nicht der Ort, mich bei den Erwachsenen zu bedanken, die mich durch meine Jugendzeit begleitet haben, ich möchte aber dennoch sagen, dass ich auch bei der Erstellung dieser Arbeit eine Kraft und Schaffensfreude in mir spürte, die vielleicht auch auf meine Schule zurückzuführen ist, in der ich mich immer oder fast immer so habe fühlen dürfen, wie ich mich fühlen wollte.

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    1.1 Ziel der Arbeit
Das Ziel meiner Zulassungsarbeit ist es, die Aktualität, die Modernität der Leitideen des Landerziehungsheims Birklehofs in Bezug auf die ursprünglichen Gedanken der Gründer des Birklehofs zu untersuchen.
Es soll erkannt werden, wie sich das Konzept entwickelt hat, welche Veränderungen nach Meinung der Betreiber notwendig waren.
Eventuell stattgefundene Umgestaltungen sollen benannt und erklärt werden.
Weiterhin gilt es herauszufinden, wo und warum die ursprünglichen Konzepte beibehalten wurden.

Um die gegenwärtige Situation des Landschulheimes beschreiben zu können, wurden umfangreiche Recherchen in verschiedenen Bibliotheken, am Birklehof, in den Verwaltungen der beiden Gemeinden Hinterzarten und Breitnau sowie bei dem Architekten, der seit 1980 die baulichen Maßnahmen am Birklehof geplant hat, durchgeführt.
Interviews mit Schülern und ehemaligen Schülern wurden geführt, sowie Befragungen der Geschäftsführung, der Schulleitung, noch tätiger und ehemaliger Lehrer.
Es war für mich wichtig, neben dem oben genannten Personenkreis auch die nicht mit Pädagogik direkt Beschäftigten des Birklehofs zu befragen, inwieweit sie konzeptionsbedacht eingesetzt werden und entsprechend ihre Arbeit umsetzen müssen.

Aufgrund dieser Vorarbeiten war es dann möglich, sich ein Bild von der jetzigen Situation am Landschulheim zu machen und abzuklären, inwieweit die Schule sich verändert hat oder die ursprünglichen Leitideen immer noch umsetzt und dadurch sich als Alternative zum herkömmlichen Schulbetrieb verstehen kann und aus diesem Grunde auch geschätzt und gesucht wird.

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    1.2 Meine Vorgehensweise
Die Herausarbeitung des Begriffes „Aktualität” ist themarelevant und wird so verstanden, dass das Gründerkonzept und/oder die heutige LSH-Idee als modern, schülerfördernd und schülergerecht gesehen werden kann und in den Bildungsplan von Baden-Württemberg passt.
Die Frage, was „Aktualität“ in diesem Zusammenhang bedeutet, muss vorab geklärt sein.
Ich werde das Gründerkonzept von Kurt Hahn mit der heutigen Situation am Birklehof vergleichen. Hierzu ist eine Aufarbeitung der Geschichte notwendig.
Ich möchte die aktuelle Situation des Landerziehungsheims mit den Anforderungen an ein Gymnasium in Baden-Württemberg und an das Internat in der heutigen Zeit darstellen. Dazu werde ich folgende Aspekte untersuchen.
  • Das ursprüngliche Konzept des Birklehofs
  • Die aktuelle Situation am Birklehof
  • Die Vor- und Nachteile der Verbindung von Leben und Schule
  • Da die Pisa-Studie die Pädagogen in Deutschland besonders herausfordert, ist es interessant zu untersuchen, inwieweit sich der Birklehof an staatliche Vorgaben anpasst oder als Beispiel für moderne, aktuelle Pädagogik gelten kann.
  • Gibt es sogar Parallelen zwischen den vermeintlichen Gewinnern von Pisa und dem Birklehof?
  • Befragung von Schülern und Lehrern
  • Auswertung der Belegungszahlen
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    1.3 Quellenlage
Die Quellenlage ist nicht so gut wie erwartet.
Am Birklehof erscheint jährlich das „Birklehofheft”, dort werden verschiedenste Ereignisse und Veranstaltungen des letzten Jahres dokumentiert.
Das Birklehofheft ist nicht mit einer Schulchronik zu vergleichen, da wichtige u.a. statistische Angaben fehlen.
Eine geschichtliche Aufarbeitung über „Der Birklehof - ein Landerziehungsheim in nationalsozialistischer Zeit" wurde von Stefan Würthle 1998 vorgenommen.
Hier werden die Veränderungen von der Gründung der Schule bis zum Ende des Dritten Reichs dargestellt.Zuvor gab es einige Schriften über den Birklehof, die allerdings mehr Erlebnisberichte als eine wissenschaftliche Aussage über die Vergangenheit darstellten.
Um die aktuelle Situation mit den damaligen Leitideen vergleichen zu können, war eine Aufarbeitung der Schulgeschichte nötig.
Zu meinem Thema ist bisher nichts direkt veröffentlicht worden.
Die Internetseite des Birklehofes www.birklehof.de und mit Abstrichen auch die Birklehofhefte geben aber einen brauchbaren Überblick über die Konzeption heute am Birklehof.
Eine Gegenüberstellung der heutigen Konzeption mit den ursprünglichen Gründerideen existiert bisher nicht.

Recherchen in den Bibliotheken der Universitäten und Pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Freiburg haben ergeben, dass es einige Veröffentlichungen zum Thema Landerzeihungsheime allgemein gibt, jedoch leider nichts über den Birklehof, was öffentlich zugänglich wäre.
Um weitere Einblicke zu bekommen, habe ich, wie oben erwähnt, viele Menschen, die mit dem Birklehof verbunden sind oder waren, befragt. Diese Gespräche waren notwendig, da keine Aufzeichnungen über diese Einschätzungen existieren.

Birklehof


Homepage Birklehof
Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Meine Vorgehensweise
1.3 Quellenlage

2. Landerziehungsheime & Reformpädagogen
2.1 Die Ursprünge der Landerziehungsheimbewegung
2.1.1 Ursprünge der Landerziehungsheime in England
2.2 Geschichte der Landerziehungsheime in Deutschland
2.2.1 HermanLietz
2.3 Reformpädagogen der Landerziehungsheimbewegung
2.3.1 Kurt Hahn
2.3.2 Georg Picht

3. Die Geschichte und Konzeption des Birklehofs
3.1 Der Birklehof von1932 bis 1945
3.1.1 Aufnahmekriterien für Schüler
3.1.2 Schülerschaft
3.1.3 Lehrer Erzieher
3.1.4 Pädagogisch-didaktische Grundkonzeption und Schulalltag
3.1.5 Schulregeln
3.1.6 Unterricht und Sport
3.1.7 Musik und Veranstaltungen
3.2 Der Birklehof im zweiten Weltkrieg und nach 1945
3.3 Der Birklehof von 1945 bis heute

4 Überprüfung der Aktualität in Bezug auf die gegenwärtige Situation am Birklehof
4.1 Schülerschaft
4.2 Bewertung der Belegungszahlen der LEH, im Besonderen des Birklehofs
4.3 Leben und lernen heute am Birklehof
4.4 Das Internat
4.4.1 Arbeitsgemeinschaften und Dienste
4.4.2 Tagesablauf eines Internatsschülers
4.4.3 Regeln im Internatsleben
4.4.4 Leben auf Zimmern, Flügeln und Gängen
4.5 Lernen am Birklehof
4.5.1 Lehrer – Mentoren – Hauserwachsene
4.5.2 Musik
4.5.3 Zusammenspiel von körperlicher und geistiger Arbeit
4.6 Neue Medien

5 Aktuelle Aspekte der Landerziehungsheimbe- wegung
5.1 Befragung externer Schüler und ehemaliger externer Schüler
5.1.1 Auswertung der Ergebnisse der Befragung der externen Schüler und Altbirklehofer
5.1.2 Bewertung der Befragung
5.2 Auswirkungen von Pisa und eine Einschätzung des Birklehofs in Bezug auf Pisa
5.3 Mögliche Parallelen zwischen dem skandinavischen Modell und der Methodik am Birklehof.
5.3.1 Aktuelle Diskussion über Ganztagsschulen
5.4 Gründe, die Kinder damals wie heute dazu bewegen ein Internat zu besuchen
5.5 Der äußere Rahmen des Birklehofs

6 Ergebnisse und Ausblicke
6.1 Der Birklehof in der Tradition
6.2 Diskussion der Hauptergebnisse und Schlussbetrachtung
6.3 Persönliche Schlussbetrachtung

7 Literaturverzeichnis
Sekundärliteratur
Internetquellen
Zeitschriftenaufsätze
Filme
Interviews

8 Anhang